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Reichlich Wasser führt gerade die Enz, wie unser Foto vom Wehr beim Parkhotel zeigt.  
Reichlich Wasser führt gerade die Enz, wie unser Foto vom Wehr beim Parkhotel zeigt.   © Meyer
Ein Schild steht in einem Überflutungsgebiet zwischen Elend und Königshütte in Sachsen-Anhalt im Wasser. Foto: Strauss-News/dpa-Zentralbild/dpa
Ein Schild steht in einem Überflutungsgebiet zwischen Elend und Königshütte in Sachsen-Anhalt im Wasser. Foto: Strauss-News/dpa-Zentralbild/dpa
14.01.2019

Hochwasser in Teilen Baden-Württembergs - So ist die Lage in Pforzheim

Pforzheim/Schwäbisch-Gmünd. Wegen Regens und Tauwetters ist es in Teilen Baden-Württembergs am Montag zu Hochwassern gekommen. Auch der Pegelstand der Enz in Pforzheim stieg deutlich an.

Während er dort (Stand: 7.15 Uhr) aber nach Angaben der Hochwasserovrhersage-Zentrale (HVZ) des Landes noch unter dem Grenzwert für eine Hochwassermeldung lag, wurden die entsprechenden Meldewasserstände am Neckar in Gundelsheim, in Lauffen und Horb sowie etwa auch an der Rems oder der Fils wurden nach Angaben der Hochwasservorhersagezentrale bereits in der Nacht überschritten. Am Neckar stiegen die Pegelstände auch am Morgen noch weiter, sagte ein Hydrologe der Zentrale.

In Pforzheim wurde am Montag um 7 Uhr eine Pegelhöhe von 151,10 Zentimetern gemessen - der Hochwassermeldewert liegt bei 170 Zentimetern. Zum Vergleich: Am Sonntagabend (20 Uhr) stand die Enz an der Messstelle noch 103,40 Zentimeter hoch, am Samstagabend (20 Uhr) waren es nach Angaben der HVZ 57,10 Zentimeter gewesen. Jedoch zeichnet sich berits wieder eine Entspannung ab: Für die nächsten Tage erwarten die Experten in Pforzheim sinkende Pegelstände.

Der bisherige Jahreshöchstand war in Pforzheim am Montagmorgen um 5.45 Uhr erreicht worden (152,00 Zentimeter). Danach gingen die Werte wieder leicht herunter - auf 148,80 Zentimeter um 9 Uhr, auf 144,40 Zentimeter um 11.45 Uhr.

«Die Hochwasserwelle fließt jetzt ab, sagte der Leiter der Hochwasser-Vorhersagezentrale Baden-Württemberg, Manfred Bremicker. In Heidelberg, wo die B37 unter der Alten Brücke wegen Hochwassers gesperrt wurde, sollte der Fluss am Montagabend seinen höchsten Stand bei knapp 4,0 Metern erreichen. Am Samstag hatte der Pegel noch rund 2,2 Meter angezeigt. In Heidelberg und Eberbach (Rhein-Neckar-Kreis) wurden mehrere Autos abgeschleppt, da Straßen am Neckar überspült zu werden drohten.

Der Rhein stieg am Pegel Maxau (Karlsruhe) seit Sonntagmittag von etwa 4,30 Meter auf 5,60 bis Montagmittag an. Der Scheitelwert sollte nach der Prognose der Hochwasservorhersagezentrale am Dienstagvormittag mit etwa 6,70 Metern erreicht werden. Die Schifffahrt wäre erst ab 7,50 Metern betroffen. Der normale Wasserstand des Rheins bei Karlsruhe liegt bei 5,16 Metern.

Wie schnell und stark sich die kurze Hochwasserwelle im Zusammenspiel von Regen und Schneeschmelze ausbildete, zeigte sich am Westhang des Schwarzwaldes. Dort stieg der Wasserstand der Murg in Gaggenau (Kreis Rastatt) am Sonntagabend innerhalb weniger Stunden von etwa 50 Zentimetern auf rund 2,30 Meter. Die Abflussmenge schoss von etwas mehr als 10 auf 190 Kubikmeter pro Sekunde in die Höhe. Bereits am Montagvormittag sank der Wasserstand wieder deutlich unter 2,0 Meter.

An Neckar, Rems, Fils und weiteren Flüssen wurden in der Nacht zum Montag Meldewasserstände überschritten. In Schwäbisch-Gmünd sei es an der Rems bereits kurz vor Mitternacht zu einem Hochwasser gekommen, wie es einmal alle 10 bis 20 Jahre vorkommt. Seither war der Pegelstand aber wieder gesunken. An einigen Pegeln wurden Hochwasserwerte erreicht, wie sie statistisch alle 2 bis 10 Jahre vorkommen.

Im Schwarzwald und im Kreis Ravensburg sperrten die Behörden einzelne überschwemmte Land- und Kreisstraßen, wie ein Sprecher beim Lagezentrum des Innenministeriums am Montag mitteilte. Im Kreis Göppingen stand die Autobahn 8 in Fahrtrichtung Stuttgart mehrere Zentimeter unter Wasser. Rettungskräfte zogen einen Graben, um das Schmelzwasser ablaufen zu lassen.

Von der Wetterseite kommt jetzt erstmal Entspannung: «Das Gröbste ist vorerst überstanden, was den Regen angeht», sagte ein Meteorologe des Deutschen Wetterdienstes (DWD). Vor allem im Süden Baden-Württembergs kann sich am Dienstag die Sonne wieder häufiger blicken lassen. Auch der Mittwoch soll mild werden.

Winter mit großen Schneemengen in den Alpen und im Schwarzwald haben nach Bremickers Angaben immer das Potenzial für Hochwasser. Konkrete Vorhersagen seien aber nur kurzfristig im Rahmen der Wettervorhersagen möglich.

Lage in anderen Bundesländern

Eine Hochwasserwarnung gibt es derweil in Sachsen-Anhalt für die Flüsse Bode und Weiße Elster. Das teilte die Hochwasservorhersagezentrale in Magdeburg mit. Zuletzt hatte Tauwetter mancherorts die Pegel von Gewässern steigen lassen.

Vor allem in der Mitte und im Norden von Bayern wurden teilweise Äcker und Wiesen überflutet, wie der Hochwassernachrichtendienst mitteilte. Für den oberfränkischen Landkreis Kulmbach warnte er vor Überschwemmungen in bebauten Gebieten.

Auch in Mittelfranken stellte sich die Polizei auf Überschwemmungen ein. «Das Hochwasser kommt langsam», sagte eine Polizeisprecherin am Morgen. In Niederbayern stiegen einem Polizeisprecher zufolge die Wasserstände leicht an.