nach oben
17.07.2008

Hoffnungsträger Kreisverkehr

Vor einigen Jahren mussten Fahrlehrer ihre Schüler noch weite Strecken fahren lassen, um sie einmal durch einen Kreisverkehr rollen zu lassen. Ampeln hatten überall die Kreisel ersetzt. Heute gelten die „runden Kreuzungen“ wieder als Patentrezept für einen besseren Verkehrsfluss und mehr Sicherheit.

So fordert zum Beispiel die Gemeinde Neulingen aus diesen Gründen einen Kreisverkehr an der B 294 in der Bauschlotter Ortsmitte. Und in Pforzheim sehen Unternehmen auf der Wilferdinger Höhe nur in einem Kreisverkehr an der B 10 bei der Autobahn-Anschlussstelle eine Lösung der Verkehrsprobleme.

Das Besondere an der Kreiselfrage: Behörden, Verkehrstechniker und Bürger sind hier zumeist einer Meinung. Das ist in Verkehrsfragen sonst eher die Ausnahme. Und: Wenn aus der Bürgerschaft der Wunsch nach einem Kreisverkehr laut wird, stehen die Chancen auf eine zeitnahe Realisierung vergleichsweise hoch. Kein Wunder, sind die beanstandeten Kreuzungen in der Regel billiger rund zu machen und mit blauen Schildern mit gebogenen Pfeilen zu versehen, als Ampelanlagen einzurichten oder im großen Stil zu erneuern und zu erhalten.

So gibt es nun in Pforzheim Überlegungen, an der Kreuzung von Blücher- und Yorkstraße und der Straße Am Hauptgüterbahnhof einen Mini-Kreisel zu bauen, um dort die Sicherheit für alle Verkehrsteilnehmer zu erhöhen. Mini-Kreisel haben auch Mini-Kosten: Rund 133.000 Euro soll der Kreisverkehr kosten. Eine Ampelanlage käme auf 150.000 Euro – plus die jährlichen Folgekosten.

Wesentlich teurer käme der Kreisel mitten in Bauschlott, aber hier quält sich auch ungleich mehr Verkehr durch die Häuserreihen entlang der B 294. 475.000 Euro lautet eine Schätzung aus dem Rathaus. Gut angelegtes Geld sei das, denn ein Kreisverkehr trage, so heißt es in Neulingen, dazu bei, die Abgas- und Lärmentwicklung beim Anhalten und Starten an der Ampel zu verringern. Der Kreisel als umweltfreundliche Kreuzungs-Variante – die Neulinger sind davon überzeugt.

Und wenn es rund geht, dann läuft es auch davor und danach viel flüssiger. So sehen es zumindest Unternehmer auf der Wilferdinger Höhe entlang der B 10. Hier sind es Linksabbieger auf der Karlsruher Straße, die für Rückstaus und Notbremsungen sorgen. Ein Kreisverkehr an der Autobahnzufahrt könnte die Linksabbieger dazu bewegen, eine Runde im Kreis zu drehen, um dann auf die ordnungsgemäß auf Gegenfahrbahn zu kommen und dann problemlos rechts abzubiegen.

Nur eine Sache scheint noch selbst erklärten Kreiselfreunden schwer zu fallen: das Blinken beim Abbiegen. Aber das ist eine andere Sache.