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Bezeichnet sich selbst als „Ersatzmann“ Horst Seehofer (links), Ministerpräsident von Bayern, kam statt Karl-Theodor zu Guttenberg nach Pforzheim, um Ministerpräsident Stefan Mappus (Mitte) und CDU-Landtagskandidatin Viktoria Schmid im Wahlkampf zu unterstützen.
Bezeichnet sich selbst als „Ersatzmann“ Horst Seehofer (links), Ministerpräsident von Bayern, kam statt Karl-Theodor zu Guttenberg nach Pforzheim, um Ministerpräsident Stefan Mappus (Mitte) und CDU-Landtagskandidatin Viktoria Schmid im Wahlkampf zu unterstützen. © Ketterl
10.03.2011

Horst Seehofer im CCP: Ein Ersatzmann auf Werbetour

PFORZHEIM. Der Applaus kommt schnell. Fast ein wenig zu schnell. Es ist der Moment, als CSU-Chef Horst Seehofer sagt: „Ich bin Ersatzmann für Karl-Theodor zu Guttenberg.“ Denn ursprünglich hatte Ministerpräsident Stefan Mappus auf die Unterstützung des Verteidigungsministers gesetzt. Seehofer sprang nach dem Rücktritt ein, um den CDU-Landeschef in seinem eigenem Wahlkreis zu unterstützen.

Und Seehofer spricht aus, was die rund 1200 Besucher im großen Saal des Pforzheimer CongressCentrum offensichtlich hören wollen. Nämlich: „Wir werden alles tun, dass Guttenberg nach dem notwendigen Abstand, der nach solchen Ereignissen erforderlich ist, wieder zurückkehrt in die deutsche Politik.“

Wohlwollende Zustimmung erntet der CSU-Mann auch bei den Aussagen über den politischen Gegner, wie: „Überall dort, wo es konkret wird, sind die Grünen auf der Flucht.“ Mit Applaus wird der 61-Jährige belohnt, als er passend zur Integrationsdebatte fordert, dass Menschen, die längere Zeit in Deutschland leben, sich zu den deutschen Grundwerten bekennen und die deutsche Sprache erlernen sollten.

Und es gefällt auch, wenn Seehofer Mappus als „einen Mensch mit einer klaren Grundüberzeugung auf die er seine Politik aufbaut“ beschreibt oder ausruft: „Ihr wärt ja von allen guten Geistern verlassen, wenn ihr einen solchen Alphatyp nicht für die Politik erhalten würde.“ Nur als verrät das Mappus ihn an Franz Josef Strauß erinnere, geht ein kleines Raunen durch den Saal. Doch, dass macht der erfahrene Rhetoriker schnell wieder wett, als er berichtet, was Strauß über ihn gesagt habe: „Seehofer, sie sind zwar der Längere, aber der Größere bin ich.“

Südschiene gewürdigt

Mappus hat zuvor die Südschiene von Bayern und Baden-Württemberg aufs Eindringlichste gelobt. Aber auch die Wahlkampfthemen, wie Stuttgart 21 oder die Bildungspolitik streift der Ministerpräsident und führt damit das Thema von CDU-Landtagskandidatin Viktoria Schmid im Enzkreis weiter, die bereits in ihrer Begrüßung sich gegen die „Einheitsschule“ ausgesprochen hatte.

Über den politischen Gegner sagt Mappus an diesem Abend wenig und greift die politischen Gegenspieler nur in Summe an: So beschreibt er die SPD als eine Partei, die „bei allen wichtigen Themen mindestens einmal die Meinung gewechselt hat“ . Und den Grünen attestiert er: „Bei den Grünen kann man sich darauf verlassen: Sie sind dagegen.“ Und natürlich kommt zum Schluss auch der Satz: „Die Wahl ist noch lange nicht gewonnen.“

Für die Unterstützung Seehofers bedankt sich Mappus nicht nur mit einem Riesenstück „Donauwelle“, sondern auch mit dem Verweis auf das Verständnis, das zwischen den beiden Ministerpräsidenten bestehe. Und das hätte der einstige Bundesverteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg höchstwahrscheinlich nicht vorweisen können.