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Hospizbewohner Dieter Gegenheimer freut sich, nochmal die Mess erleben zu 

dürfen. Betreut wurde er gestern von Petra Koglin-Cassutti.
Hospizbewohner Dieter Gegenheimer freut sich, nochmal die Mess erleben zu dürfen. Betreut wurde er gestern von Petra Koglin-Cassutti. © Seibel
14.06.2011

Hospizbewohner darf noch einmal Pforzheimer Mess erleben

Eine bessere Werbung für die Pforzemer Mess gibt es nicht, als dass der größte Wunsch eines Hospizbewohners erfüllt wird, noch einmal die Pforzemer Mess zu erleben. Die frühere Stadträtin Hella Marquardt hat dies mit Hilfe der Schausteller möglich gemacht. Dieter Gegenheimer (70): „Ich freue mich besonders auf das bunte Treiben hier und drauf, ein Steakbrötchen zu essen.“

Ihm wurde dieser wie jeder andere Wunsch von den Lippen abgelesen. Die stellvertretende Pflgedienstleiterin Petra Koglin-Cassutti hatte Tränen in den Augen, als sie den ehemaligen Maschinenführer im Rollstuhl über den Messplatz fuhr. Sie hängte ihm ein Lebkuchenherz mit der Aufschrift „Das hast Du gut gemacht“ um den Hals. „Durch diese Tat, die auch mich zu Tränen rührt, haben wir in erster Linie uns selbst beschenkt“, sagte Hella Marquardt. Seit Jahrzehnten bringt sie das soziale Engagement der Schausteller mit der Vermittlung von Senioren, Gehandicapten und Waisenkindern auf einen Nenner. Die Senioren werden kostenlos auf der Mess verwöhnt – so wie gestern wieder rund 300 Bewohner aller Pforzheimer Seniorenheime, die angeschrieben wurden und ihre Teilnehmer anmelden konnten. Betreut werden die Heimbewohner von rund 40 Ehrenamtlichen – vor allem wie jedes Jahr von etwa 20 Mitgliedern des Lions Clubs Pforzheim-Enz. Darunter ist auch Stadtrat Jens Kück. Über das soziale Engagement der Schausteller freute sich auch Bürgermeisterin Monika Müller, die eine derartige Aktion in wirtschaftlich schwierigen Zeiten für „keineswegs als selbstverständlich“ ansieht.

Im Festzelt gab es Leckeres für die Senioren, wobei 16 Kinder des Kinderhauses an der Gustav-Rau-Straße den Senioren musikalisch einen Regenbogen schenkten. „Der Mess-Rundgang zählt jedes Jahr zu den Höhepunkten unserer Bewohner“, sagte eine Altenheimbetreuerin, die sich sehr darüber freute, dass die Schausteller Jahr für Jahr diesen nicht unerheblichen finanziellen Brocken schultern. Wie zur Bestätigung ertönte das Lied von Alleinunterhalter „Birdman“ mit dem Text „Sag Dankeschön“.

Bereits am Dienstagmorgen sollte es wieder eine Aktion der Schausteller in der Fußgängerzone geben. Weil aber das Glücksrad wegen eines Lagerschadens erst noch repariert werden musste, wurde die Aktion kurzfristig auf Mittwoch m 10 Uhr verschoben. Passanten können sich hier Fahrchips, Cocktails und Spezialitäten auf der Mess am Glücksrad erdrehen – kostenlos versteht sich. Vor allem die Freude, die sich in großen Kinderaugen widerspiegelt, ist der Lohn der Schausteller dafür.

Gefreut hat sich am Dienstag auch Autoscooter-König Fritz Haas, der seinen 70. Geburtstag im kleinen Familienkreis feierte. Die gesundheitlich angeschlagene Schaustellerlegende hat jahrzehntelang die Sieger des Weihnachtsmarkt-Gewinnspiels mit seiner Cessna über die Pforzemer Mess geflogen. Und ihm selbst fliegen immer wieder die Herzen der Menschen zu, so wie Schaustellerin „Würstles Ruth“ für ihren Fritz die „Steinzeit-Trommler“ aus Buchen auf die Pforzemer Mess holte (die PZ berichtete).

Übrigens will sich die Vorstandschaft der Kreishandwerkerschaft nach ihrer Sitzung am Mittwoch gegen 19.45 Uhr mit dem Bauinnungsobermeister im „Krumm&Schief-Bau“ auf der Mess vergnügen. Freuen dürfen sich die Besucher der Mess auf den Familientag mit halben Fahr- und Eintrittspreisen am Donnerstag von 12 bis 23 Uhr und auf ein Feuerwerk der Superlative mit einem Volumen von über einer halben Tonne mit mehr als 1700 Explosionen am Himmel. Das größte Feuerwerk der Region findet am Freitag gegen 22.15 Uhr auf dem Messplatz statt.