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Markus Bechtle. Foto: PZ-Archiv
Markus Bechtle. Foto: PZ-Archiv
Christian Kraus. Foto: PZ-Archiv
Christian Kraus. Foto: PZ-Archiv
23.07.2015

Hürden auf dem Weg zum Reitsportzentrum

Im Vorfeld der Mitgliederversammlung des Reitvereins Pforzheim-Hohberg am Freitag, bei dem auch eine Fusion mit dem Pforzheimer Reiterverein Thema sein soll, rumort es in den Reihen des Vorstands. Man scheint uneins über den Verbleib des Vereins auf den angestammten Flächen.Präsident Markus Bechtle zeigt sich zufrieden mit dem Angebot des Verpächters Ulrich Kurz, sich für weitere zwei Jahre zu binden – mit Option auf Verlängerung.

Kurz baut auf diese kurzfristigen Lösungen aufgrund der „politischen Situation“. Gemeint ist die mögliche Ansiedlung des Gewerbegebiets „Viertes Kleeblatt“ in der Nachbarschaft. Er fürchtet daraus resultierende Erschließungskosten. Zwar will die SPD-Fraktion bereits von der Verwaltung bestätigt bekommen haben, dass weder der Reitverein noch sein Verpächter Anliegerbeiträge bezahlen müssten – laut Kurz sei diese Frage jedoch noch nicht vom Tisch. Zudem: „Warum sollte sich der Verein 10 oder 20 Jahre binden wollen, wenn eine Fusion im Raum steht?“

Man habe notgedrungen verschiedene Optionen untersucht, falls der Pachtvertrag nicht verlängert werden würde, sagt Bechtle. Nach PZ-Informationen sollen sich Teile des Vorstands erst kürzlich zu diesem Zweck das Gelände eines anderen Reiterhofs in Pforzheim angesehen haben. Innerhalb des Vorstands gebe es unterschiedliche Meinungen, was die „Tragfähigkeit unserer Optionen für die Zukunft“ angehe. „Ich war nicht involviert“, betont Bechtle und verweist auf seinen Stellvertreter Dirk Flaig. Dieser bestätigt, er sei nicht zufrieden mit lediglich zwei Jahren Planungssicherheit. Auch räumt er ein: „Wir schauen weiter nach rechts und links.“ Dennoch wolle man die Idee einer Fusion weiterverfolgen, sollte dies im Sinne der Mitglieder sein. Zu möglichen Gesprächen mit einem neuen Verpächter möchte er sich vor der Versammlung nicht äußern. Gleiches gilt für Daniela Weinmann, Pächterin der Reitanlage des Reitvereins, und die Inhaber des anderen Reiterhofs.

Sollte der Verein tatsächlich seinen Platz verlassen, könnte eine beträchtliche Summe für den Rückbau des Geländes samt Reitplatz, -halle und Stallungen fällig werden. Ein solcher nämlich, bestätigt Kurz, sei im 1966 aufgesetzten Vertrag vereinbart – sofern nichts anderes verankert wird.

Christian Kraus, Präsident des Pforzheimer Reitervereins, zeigt sich gelassen – „solange die Fusion unberührt bleibt von den kurzfristigen Plänen“. Dies hänge von der Laufzeit des jeweiligen Pachtvertrags ab. Drei bis fünf Jahre halte er für realistisch, bis das Reitsportzentrum in die Praxis umgesetzt werden könne.

Auf einen Zeithorizont will sich Oberbürgermeister Gert Hager nicht festlegen, mit dem die beiden Präsidenten am Mittwoch ein Gespräch führten. Bis zum Herbst sollen Fragen, beispielsweise zum Flächenbedarf, geklärt werden. Zudem werde eine Arbeitsgruppe gebildet. Hager gibt jedoch zu bedenken: „Das Projekt macht nur bei einem gemeinsamen Verein Sinn. Es steht und fällt mit einer Fusion.“