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11.12.2009

Hüttenzauber statt Eislauf-Spaß

PFORZHEIM. „Für das Wetter kann die PZ nichts“, sagte PZ-Verleger Albert Esslinger-Kiefer, der Freunde und Geschäftskunden aufs Eis führen wollte. Aber „Wasserspiele“ auf dem Marktplatz waren nicht angesagt.

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Petrus machte mit Dauerregen einen Strich durch die geplante Show und das lustige Eisstockschießen. In einer solchen Situation zeigt sich, was Improvisationstalent ausmacht: Statt der „United Angels“ aus Stuttgart“, die zu den Klängen des Klavierkonzerts Nummer eins von Pjotr Iljitsch Tschaikowsky auf dem Eis glänzen sollten, gab es Hüttenzauber in „Goldi's Stadl“. Gastronom Frank Daudert glänzte selber mit kulinarischen Köstlichkeiten, die er den Gästen der PZ servierte – da fühlte sich mancher an einen Kurzurlaub im Wintersportgebiet erinnert, bei dem ja auch nicht immer das Wetter so mitspielt, wie es sich die Urlauber wünschen.

Die Hauptsache ist, dass man dabei nicht seine gute Laune verliert – und die ließen sich die Besucher und Geschäftsleute keinesfalls vermiesen. Im Gegenteil: Sie waren sich einig darin, dass „City on Ice“ eine niveauvolle Veranstaltung zur Stärkung der Goldstadt mit vielen Eislauf-Events bis zum 10. Januar 2010 darstellt. Nur eben gestern nicht. Stattdessen gab es Glühwein, Kartoffelrahmsüppchen mit Garneleneinlage, ein Tiroler Jaussenbrett, Fondue Bourguignon mit Rinderfilet und Pute sowie Creme Brulée mit frischen Früchten – und das alles bei Appenzeller Stubenmusik in gemütlicher Runde und netten Tisch-Gesprächen.

„Bei 15 Glühwein-Gläsern auf einem Tablett wird mir ganz warm ums Herz“, scherzte Bedienung Sonja Scofrcin, die mit dem warmen Getränk die PZ-Gäste am Eingang der Eislaufbahn empfing. „Wir haben den Regen-Radar im Internet verfolgt und den kulinarischen Hüttenzauber vorgezogen“, sagte Gastronom Frank Daudert. Gerd Oehmcke, Mitarbeiter bei WSP-CityMarketing, gab zu, dass er im Laufe des Spätnachmittags sein Rollo im Büro runtergelassen habe, „weil ich einfach das schlechte Wetter nicht mehr sehen wollte“.

„Regenwetter ist teuer. Ich darf gar nicht an die Stromkosten für die Eislaufbahn denken“, sagte Wirtschaftsförderer Christoph Dickmanns, der sich wie C & A-Geschäftsführer Rolf Spiertz mehr Kälte wünschte, was auch dem besseren Absatz von Winterbekleidung zugute kommen würde. „Wir sind flexibel, ich genieße den Hüttenzauber mit meinem Mann Thomas und nehme das Eis ins Getränk“, so Geschäftsfrau Rabea Bohner.

„Schmuckwelten“-Geschäftsführer Michael Buck bekannte, dass er viel wetterunempfindlicher geworden sei , seit er sich einen Hund zugelegt habe und mit ihm regelmäßig „Gassi“ gehe – es sei denn, der Hund wolle wegen zu starken Regens nicht ins Freie. In Doppelfunktion als Kreishandwerksmeister und PFG-Präsident erschien Rolf Nagel in Bergstiefeln zur PZ-Veranstaltung. Handwerker seien jedes Wetter gewohnt, sagte er. Und für die gute Laune beim Hüttenzauber sei der PFG-Präsident zuständig. Braungebrannt aus Dubai in die Goldstadt zurückgekehrt, freute sich Rentner Fred Boos gestern auf einen Kurzurlaub in „Goldi's Stadl“. Er hat an fast allen PZ-Leserreisen teilgenommen und plauderte gesellig aus dem Nähkästchen. City-Manager Rüdiger Fricke bestätigte, dass im Jahr 2009 zur Weihnachtszeit in Pforzheim eben doch alles Gold sei, was glänzt – besonders die Eislaufbahn in der regenfreien Zeit. Hier könne man auch dank der PZ ein Fest für alle Sinne genießen. Und so kam es, wie es kommen musste: Das Motto „Der Tag wird gut“ wurde von den Gästen kurzerhand in „Der Abend wird gut “ umgemünzt. Was er dann auch war.

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