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Julien Frisch freut sich darauf, mit möglichst vielen Freunden gehobener Küche anzustoßen. Am kommenden Dienstagabend will er mit Meeresfrüchten neue Akzente auf dem OechsleFest setzen. 

Hummer und Austern: OechsleFest-Wirt setzt auf Edles

Er hat in der „Villa Hammerschmiede“ in Pfinztal gelernt und in Kitzbühel sein Können am Herd sowohl im „Schlosshotel Arosa“ als auch im „Monti e Mare“ verfeinert.

Den Hang zum Bodenständigen vermittelte ihm sein Vater Jean-Jacques Frisch in der „Grenzsägmühle“ in Keltern-Niebelsbach. Eben diesen Spagat zwischen gutbürgerlicher und exquisiter Küche will Julien Frisch nun auch auf dem OechsleFest hinlegen. Der 28-jährige Betreiber des „Arlinger Restaurants“ wird am kommenden Dienstag in seinen „Arlinger Lauben“ auf dem Marktplatz Hummer und Austern servieren. Bei der 30. Auflage erlebt das OechsleFest somit eine Premiere, die auch bei Citymanager Rüdiger Fricke die Vorfreude weckt.

„Das bereichert die Veranstaltung und wertet sie unheimlich auf“, sagt Fricke im PZ-Gespräch. In Sachen Ambiente und Angebot unterscheide sich das Pforzheimer Laubendorf deutlich von anderen Weinfesten. Solche Aktionen animierten die anderen Wirte dazu, weiter kreativ zu bleiben.

Neue Kundenkreise

Wie Julien Frisch berichtet, haben bereits mehrere seiner Kollegen angekündigt, am Dienstag vorbeizuschauen und von seinen Kreationen zu kosten. Er ist überzeugt, dass auch viele Besucher das edle Experiment annehmen. Das OechsleFest habe sich in jüngster Zeit zu einer „hochwertigen Veranstaltung“ entwickelt, freut sich Frisch, der zum zweiten Mal auf dem Marktplatz präsent ist. Es sei gelungen, neue Kundenkreise zu begeistern. „Die Qualität der Weine steigt jedes Jahr, warum sollten wir da nicht die Qualität der Speisen immer weiter steigern?“ Es gehe nicht darum, das OechsleFest in ein nordbadisches Sylt zu verwandeln. Wie seine Kollegen setze auch er selbst bewusst regionale Klassiker wie Linsen mit Spätzle oder saure Kutteln auf die Karte. Als „Cross-over-Küche“ beschreibt Frisch den Ansatz: „Wir wollen jeden Wunsch bedienen, jeder soll sich bei uns wohlfühlen.“

Der Aktionstag sei eines von vielen Glanzlichtern des Fests. „Ich möchte zeigen, was ich auch noch kann – nicht nur Spätzle anbraten, sondern auch High-Class.“

Wiederholung möglich

Hummer Thermidor heißt der exklusive Leckerbissen aus der französischen Küche, den Frisch serviert. Auf den Teller kommt ein halber gratinierter Hummer. Weil Preise für Meeresfrüchte tagesaktuell kalkuliert werden, steht noch nicht endgültig fest, was dafür zu entrichten ist. Etwa 30 Euro pro Person werden es laut Frisch wohl sein. Er empfiehlt, zu reservieren. Denn für den ersten Testlauf setzt er 50 Portionen an: „Was weg ist, ist weg. Das Produkt ist zu empfindlich, zu teuer, und es wäre zu schade, wenn es verdirbt.“ Er werde an jenem Dienstag aber auch Austern im Angebot haben.

Sollte die Neuerung einschlagen, will Frisch die Aktionstage ausweiten und künftig etablieren. Eine Wein-Empfehlung liefert der Küchenchef gleich mit: Zum Hummer passe etwa „ein toller vollmundiger Riesling“.

Die Gourmet-Aktion in den „Arlinger-Lauben“ beginnt am Dienstag, 1. September, um 18 Uhr.