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Symbolbild: dpa

Hunde-„Tretminen“ sorgen für Diskussionsstoff im Würmer Ortschaftsrat

Pforzheim-Würm. Viele Probleme sind von den Bürgern hausgemacht, denn häufig mangelt es in der Bevölkerung nicht nur an Disziplin, sondern auch an Einsehen. Dies war in der Ortschaftsratssitzung am Donnerstagabend in Würm mehrfach das ernüchternde Fazit des Gremiums um die neue Ortsvorsteherin Sabine Theurer.

Denn egal, ob es um „Tretminen“, also um Hundekot, geht – der trotz entsprechender Beutel und Mülleimer – auf Wiesen und Feldern herumliegt, um verwildernde Gehwege, Parks und Rasen nahe der Schule oder um Müll, der vom Grillplatz stammt und Richtung Mühlhausen verteilt wird, immer sind es Bürger, die sich über Vorschriften hinwegsetzen. Zum besonderen Problem wird der Hundekot. Dieser sollte eigentlich in dafür vorgesehenen Beuteln und anschließend in Mülleimern landen, stattdessen liegt der Kot häufig auf Feldern und Wiesen verstreut und macht das Gras für die Landwirtschaft unbrauchbar.

Landwirte als Leidtragende

Aber auch Hunde können sich durch das Schnüffeln am Kot ihrer Artgenossen Krankheiten und Würmer einfangen. Auch darauf macht die Ortsverwaltung mit entsprechenden Hinweisen aufmerksam. Doch angekommen ist die Botschaft längst noch nicht bei allen Hundebesitzern, denn Tüten und Mülleimer werden häufig ignoriert. Über Jahre bis heute hat die Ortsverwaltung die Mülleimer immer wieder aufgestockt und für etliche Hundekotbeutel gesorgt. Rund 40 Müllbehälter und etwa 15 Hundekotbeutelspender – die Tüten werden kostenlos zur Verfügung gestellt – sind auf der Gemarkung von Würm verteilt.

Dennoch landen viele Hinterlassenschaften nicht dort, wo sie landen sollen, weil Herrchen und Frauchen nicht das große, stinkende Geschäft ihres Hundes bis zur nächsten Mülltonne mit sich herumtragen wollen oder davon ausgehen, dass die Verunreinigung der Landschaft mit der Bezahlung der Hundesteuer abgegolten ist. Dem ist nicht so – materiellen Schaden haben vor allem die Landwirte.

Die Würmer Rathaus-Chefin machte auch klar, dass man weitere Mülleimer aufstellen könne, allerdings nicht auf privaten Wiesen und Feldern.

„Mit der Leerung der Mülleimer ist ein Mann bereits jetzt einen ganzen Tag beschäftigt“, betonte Verwaltungsleiter Tino Schulze. Ortsvorsteherin Theurer nutzte bereits die Titelseite des Amtsblatts, um auf das Problem des Hundekots aufmerksam zu machen, und appelliert an die Hundebesitzer.

„Ich habe keine Idee mehr, da kommen wir an unsere Grenzen“, betonte die Ortsvorsteherin. „Wir brauchen kreative Ideen und ein Belohnungssystem für Hundehalter“, ist Ortschaftsrat Hans-Joachim Haegele (Freie Wähler) überzeugt, der diese zu entwickeln nun von Katja Theurer augenzwinkernd als Hausaufgabe mitbekommen hat.