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Blumen schmücken den Sarg in der Auferstehungskirche. Ein Foto zeigt Christine Stavenhagen, wie sie die Trauergemeinde um die Geistlichen Hanns-Heinrich Schneider und Dorothea Patberg in Erinnerung behalten werden: herzlich, freundlich und offen.  Foto: Ketterl
Blumen schmücken den Sarg in der Auferstehungskirche. Ein Foto zeigt Christine Stavenhagen, wie sie die Trauergemeinde um die Geistlichen Hanns-Heinrich Schneider und Dorothea Patberg in Erinnerung behalten werden: herzlich, freundlich und offen. Foto: Ketterl
20.11.2015

Hunderte Trauergäste nehmen Abschied von Christine Stavenhagen

Pforzheim. Es ist ein eindrucksvolles Zeichen der Wertschätzung und Anerkennung, das Hunderte Trauergäste an diesem Freitagmittag setzen. Sie geben der überraschend im Alter von 73 Jahren gestorbenen Christine Stavenhagen im strömenden Regen auf dem Hauptfriedhof ein letztes Geleit. Und sie würdigen die Lebensleistung der CDU-Stadträtin in einem bewegenden Gedenkgottesdienst in der Auferstehungskirche.

Dort, wo die Familie Freudiges feierte – die Konfirmation der Töchter Viktoria Schmid und Franziska Stavenhagen etwa, aber auch Trauungen und Taufen.

Über Jahrzehnte begleitet hat die Familie Hanns-Heinrich Schneider, früherer Haidach-Pfarrer, der ihr 1992 beim Tod des geliebten Ehemanns und Vaters Lutz Stavenhagen, des früheren Staatsministers von Helmut Kohl, zur Seite stand. Schneider wählt sehr persönliche Worte, so wie ein enger Freund: der frühere Ministerpräsident Stefan Mappus (CDU).

Über alle Parteigrenzen hinweg seien Pforzheimer rat- und sprachlos, aber auch dankbar, sagt Pfarrer Schneider. Christine Stavenhagens Tod reiße eine große Lücke: „Ihrem Leben hat man Sinn und Wert abgespürt.“ Als „großartige und warmherzige Frau“ beschreibt Pfarrerin Dorothea Patberg ihre Stadtratskollegin, deren Tod laut Gert Hager einen unerwarteten und unersetzlichen Verlust bedeute.

Sichtlich ergriffen schildert Stefan Mappus, wie Christine Stavenhagen seinen politischen Werdegang in besonderer Weise geprägt habe. Als wichtige Ratgeberin und helfende Hand, als mahnende Stimme und zuweilen unbequeme Diskutantin: „Wenn sie aber von etwas überzeugt war, konnte sie kämpfen wie eine Löwin.“ Mappus würdigt Stavenhagens Schaffenskraft sowie ihr politisches Gespür. Zugleich beleuchtet Mappus die private Seite Stavenhagens, deren Todesnachricht ihn tief getroffen habe. Sie habe ihre Töchter zu weltoffenen und politisch interessierten Menschen erzogen und sei verlässlich und herzlich gewesen. „Wer es geschafft hatte, ihr Herz zu gewinnen, durfte sich ihrer Freundschaft sicher sein“, sagt Mappus mit brüchiger Stimme: „Liebe Christine, Du warst ein toller Mensch: Lebe wohl und auf Wiedersehen.“

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