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Informationsgespräch am Pforzheim-Stand auf der ITB mit den WSP-Fachbereichsleiterinnen Linda Luickhardt (Tourismusmarketing) und Julia Oberst (Stadt- und Kulturmarketing): Christopher Krull (Geschäftsführer Schwarzwald Tourismus) und Andreas Braun (Geschäftsführer Tourismus-Marketing Baden-Württemberg, von links). Foto: Frei
Informationsgespräch am Pforzheim-Stand auf der ITB mit den WSP-Fachbereichsleiterinnen Linda Luickhardt (Tourismusmarketing) und Julia Oberst (Stadt- und Kulturmarketing): Christopher Krull (Geschäftsführer Schwarzwald Tourismus) und Andreas Braun (Geschäftsführer Tourismus-Marketing Baden-Württemberg, von links). Foto: Frei
10.03.2016

ITB in Berlin: Neues Hotel soll mehr Gäste nach Pforzheim bringen

Pforzheim/Berlin. Selbst langjährige Aussteller und Fachbesucher können sich nicht daran erinnern, dass beim Baden-Württemberg-Empfang auf der Internationalen Tourismusbörse in Berlin (ITB) die Politik nicht vertreten war. Alexander Bonde (Grüne), als Minister für Ländlichen Raum und Verbraucherschutz auch für den Tourismus zuständig, hatte sein Kommen wegen des Endspurts vor der am Sonntag stattfindenden Landtagswahl abgesagt. Und auch von den übrigen Parteien war daher am Donnerstag kein Vertreter anwesend.

Dabei hätte Andreas Braun, Geschäftsführer des Tourismus Marketing Baden-Württemberg, ihnen nicht nur viel Positives präsentieren können, was vor allem das Rekordergebnis bei den Gästen und Übernachtungen im vergangenen Jahr betrifft. Die Zahl der Besucherankünfte stieg um 4,4 Prozent und lag erstmals über der 20-Millionen-Marke. Ähnlich stark legte die Zahl der Übernachtungen auf 50,7 Millionen zu. Für Pforzheim kann Linda Luickhardt (Wirtschaft und Stadtmarketing/WSP) solch ein Plus nicht verzeichnen. „Doch wir sind zufrieden“, sagte die Fachbereichsleiterin Stadtmarketing am Goldstadt-Stand.

2015 gab es knapp 240.000 Übernachtungen (2014: 236.000) in Pforzheim, wobei die Zahl von 110.000 Gästen fast gleich blieb. WSP-Direktor Oliver Reitz hofft, dass sich der Wunsch nach einem weiteren Hotel rasch verwirklichen lässt. Vorrangiges Ziel ist es, solch ein Projekt bei der anstehenden Neuordnung auf dem Areal des früheren ZOB-Süd zu verwirklichen. Als weiterer Standort ist das ehemalige Hafner-Gelände an der Bleichstraße im Gespräch. Reitz war wegen einer wichtigen Sitzung zur Neuordnung der City-Ost bereits am Mittwochabend wieder nach Pforzheim zurückgekehrt.

Zu den Themen beim „Baden-Württemberg-Talk“ gehörten auch „500 Jahre Deutsches Reinheitsgebot“ beim Bier. Mit 189 Braustätten, darunter auch in Pforzheim und der Region, ist Baden-Württemberg das zweitwichtigste Bierland in Deutschland. Neben diesem Jubiläum gibt es zwei weitere: 225 Jahre Bestehen der heutigen Staatsbrauerei Rothaus, die zudem den 60. Geburtstag ihres „Tannenzäpfle“ feiert. Eine Broschüre „Biersüden“ kann kostenfrei unter prospektservice@tourismus-bw.de bestellt werden. Ein Jubiläum, das wie „250 Jahre Schmuck- und Uhrenindustrie“ in Pforzheim erst im nächsten Jahr ansteht, ist die Erfindung des Fahrrads. Vor dann 200 Jahren war Karl Freiherr von Drais (1785– 1851) mit seiner Laufmaschine nach Rheinau aufgebrochen.

Der aus Karlsruhe stammende Drais hatte in Pforzheim eine Forstlehre absolviert. Eine neue Broschüre „Radsüden“ stellt alle 19 Landesradfernwege sowie regionalübergreifende Themenwege und Einzelrouten vor. Vor allem durch die Radwege entlang seiner drei Flüsse wird auch Pforzheim von Radurlaubern tangiert.

Das gilt ebenso weiter für Wanderer, die vom „goldenen Tor“ am Kupferhammer einen der drei Wege nach Basel, Lörrach und Waldshut wählen. Christopher Krull, Geschäftsführer der Schwarzwald Tourismus GmbH (Freiburg), freut, dass das Feriengebiet zwischen Pforzheim im Norden und der Schweizer Grenze im Süden seine Beliebtheit weiter steigern konnte: „Statt digital die Welt zu erleben, können wir echte Landschaft und vor allem Familienerlebnisse vermitteln.“ Er merkte an, dass der Nationalpark Nordschwarzwald, zunächst umstritten, in den fast zwei Jahren seines Bestehens zu einer touristischen Attraktion wurde. Krull hob am Pforzheim-Stand die gute Zusammenarbeit mit der WSP hervor. Die ITB geht am Sonntag zu Ende.