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Sie haben ihr Ziel so gut wie erreicht, die CCP-Betriebsräte Ralf Weigel, Oliver Grözinger, Uwe Minor, Januzs Krzoska und David Ratz (von links): Das CCP wird so gut wie sicher unter städtischer Regie betrieben.
Sie haben ihr Ziel so gut wie erreicht, die CCP-Betriebsräte Ralf Weigel, Oliver Grözinger, Uwe Minor, Januzs Krzoska und David Ratz (von links): Das CCP wird so gut wie sicher unter städtischer Regie betrieben.
26.02.2017

Im CCP wächst die Sorge: Mitarbeiter-Vertretung beunruhigt

Pforzheim. Es schien bereits so gut wie entschieden: Für einen Verkauf des CongressCentrums Pforzheim, das im August mit dem Auslaufen eines Mietkaufvertrags in städtisches Eigentum übergeht, hatte sich im zu Ende gehenden Jahr 2016 im Gemeinderat niemand mehr ausgesprochen.

Bei allen städtischen Sparüberlegungen und einer Sorge vor den Kosten des Gebäudeunterhalts überwog doch, dass sich das CCP augenscheinlich in einem technisch recht ordentlichen Zustand ohne großen Sanierungsstau befindet, dass es zudem von der Technik her so ans benachbarte Theater angebunden ist, dass eine Trennung aufwendig und wohl auch kostenintensiv wäre. Und auch in der Frage, ob die Stadt das CCP über ihre Tochter Wirtschaft Stadtmarketing Pforzheim (WSP) betreibt oder dies künftig einem Privaten übergibt, gab es im politischen Raum allen Anzeichen nach große Sympathien für die städtische Lösung. Eine Weichenstellung hätte in der Gemeinderatssitzung am 20. Dezember erfolgen sollen. Doch weil eine Fraktion noch offene Fragen sah, wurde dies vertagt.

„Seitdem hört man nichts und sieht man nichts“, sagt Uwe Minor, der Vorsitzende des CCPBetriebsrats. „Wir hatten erwartet, dass das nur ein paar Tage dauert.“ Doch die Sitzung des Wirtschaftsförderungsausschusses, in der diese Fragen geklärt werden sollten, bevor der Gemeinderat dann an einem späteren Termin entscheiden kann, findet erst am 14. März statt. „Wir schweben in der Unsicherheit, wie es weitergeht, und wissen gar nichts.“ Eine schlimme Situation für die 13 Festangestellten. Minor und seine Betriebsratskollegen berichten von Existenzängsten, von der Sorge ums Abzahlen der Kredite fürs „Häusle“ etwa.

Aber auch fürs CCP selbst sei die Situation ungut: „Die Kundschaft fragt: Kann man euch nächstes Jahr überhaupt noch buchen?“, berichtet Minors Betriebsrats-Kollege Oliver Grötzinger. So könnten Aufträge und Einnahmen gefährdet sein, genau wie durch den Umstand, dass sich das CCP gar nicht neu am Markt darstellen könne, weil Vorbereitungen wie etwa ein überarbeiteter Internet-Auftritt – unerlässlich fürs Geschäft mit Messen, Kongressen, Tagungen und Großveranstaltungen – nicht angegangen werden könnten.

Ausdrücklich nimmt die Mitarbeiter-Vertretung WSP-Direktor Oliver Reitz in Schutz: Dieser wisse offenbar selbst nicht, in welche Richtung der Gemeinderat gehen wolle, und mit dem WSP-Direktor habe die CCP-Belegschaft immer gut kommunizieren können. Zudem habe man mit ihm gemeinsam auch einiges für die Zukunft des CCP ins Auge gefasst. Das sei nun alles offen, am schlimmsten sei diese Ungewissheit. Auch wenn der Betriebsrat klar sagt: „Ein privater Betreiber wäre nicht die bessere Lösung“, geht es Minor und seinen Kollegen in erster Linie darum, überhaupt eine Entscheidung zu bekommen. Die nächste Gemeinderatssitzung, in der das geschehen könnte, findet am 4. April statt. Und die CCP-Mitarbeiter haben Sorge, dass das Thema auch da nicht abgeschlossen wird, weil es möglicherweise vor der OB-Wahl am 7. Mai gar nicht mehr entschieden werden soll. „Dann gerät es in den Wahlkampf, und da gehört es nicht hin“, sagt Minor.

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Testy
26.02.2017
Im CCP wächst die Sorge: Mitarbeiter-Vertretung beunruhigt

Man hat ja immer wieder gelesen, dass das CCP stark defizitär ist und dies schon immer, dass kann kein Dauerzustand sein. Die Auslastung ist auch nicht so gut. Die großen Fortbildungsveranstalter die ich kenne, gehen alle nicht auf die Halle k.A. wieso, eigentlich liegt doch Pforzheim günstig, genau zwischen S und KA. Das die Technik mit dem Theater zusammenhängt ist kein Argument gegen einen Verkauf. Entweder packt man das mit rein, dass der neue Betreiber die Trennung mit machen muss oder ...... mehr...

Faelchle
27.02.2017
Im CCP wächst die Sorge: Mitarbeiter-Vertretung beunruhigt

Wenn sich der Kasten nicht betriebswirtschaftlich trägt, muss er verkauft werden. Für die MA muss dann eine sozialverträgliche Lösung gefunden werden. De WSP ist aus meiner Sicht nur eine unproduktive Kostenstelle, ein Prestigeobjekt der Stadt, wo der OB seine schützende Hände darüber hält. mehr...

Ekinger
27.02.2017
Im CCP wächst die Sorge: Mitarbeiter-Vertretung beunruhigt

Die großen deutschen Stars wie Helene Fischer & Co. machen um das CCP einen weiten Bogen weil viel zu klein. Die Fortbildungen vom Daimler und Porsche finden überwiegend in entsprechenden Hotels statt. Was bleibt ist die jährliche Veranstaltung der im Aussterben begriffenen Briefmarken- und Münzensammler, ein paar Multivisonsabende der VHS und weitere Kleinveranstaltungen. An Überarbeitung können sich die Mitarbeiter sicher nicht beklagen und sollte doch der Schlüssel rumgedreht werden, wird ...... mehr...

neigschmeckte
28.02.2017
Im CCP wächst die Sorge: Mitarbeiter-Vertretung beunruhigt

Es gibt allerdings noch einiges an Tagungen und Veranstaltungen ohne Außenwerbung im CCP. Jemand, der dort nicht arbeitet, bekommt dies in der Regel natürlich gar nicht mit. Aber Sie haben insofern recht, mehr geht immer.... mehr...