nach oben
Glückliche Gesichter: Die Mütter und Väter der Puzzleheimer Bürger im eigens eingerichteten Elterngarten. Sie freuen sichdarauf, an einer Stadtführung teilnehmen zu dürfen. Foto: Seibel
Glückliche Gesichter: Die Mütter und Väter der Puzzleheimer Bürger im eigens eingerichteten Elterngarten. Sie freuen sichdarauf, an einer Stadtführung teilnehmen zu dürfen. Foto: Seibel
03.08.2012

Im Elterngarten warten Mütter und Väter auf die Stadtführung in Puzzleheim

Anja Spreu trinkt noch schnell ihr Mineralwasser aus. Auf eine der sechs Kuchenvarianten, die Eltern täglich abgeben, hat sie verzichtet. Ihr wird es zeitlich eng, In wenigen Minuten beginnt die Stadtführung durch Puzzleheim. Es ist kurz vor 14.30 Uhr. Ihr Sohn Erik, 8, habe einen Riesenspaß, werde aber auch ordentlich gefordert. „Er lernt in der Spielstadt unterschiedliche Berufe kennen.“

Das sei ganz toll. Das Krankenhaus habe ihm nicht gefallen, aber dafür die Post. Sein Geld gebe er gerne für Fußballspielen aus.

Post nach Puzzleheim

Anja Spreu hält ihren Gästeausweis in der Hand. Der Elterngarten auf der Terrasse der Bohrainschule füllt sich mit weiteren Besuchern. Wie jeden Mittag. Betreuerin Kerstin Opolka hat derweil drinnen im Schulflur alle Hände voll zu tun. Pflaumenkuchen und Linzertorte aufschneiden, ihre Servicekräfte mit den Tellern und dem Kaffee rauschicken. Wer will, kann spenden oder eine Grußkarte nach Puzzleheim schicken. Letzteres ganz umsonst. Während die Eltern mit gerührten Blicken die Aktivitäten ihrer Sprösslinge bei Kaffee und Kuchen von oben verfolgen, sind sich Jule (11) und Maike (11) einig. Peinlich sei das schon, wenn die Eltern kämen. Beide arbeiten an diesem Nachmittag als Servicekraft. Kuchen gratis gebe es leider keinen für die Angestellten, bedauert Maike. Wenn man Glück habe vielleicht ganz am Ende des Spieltages. Jules Eltern wollen erst in der zweiten Woche vorbeikommen. Sie atmet ein wenig auf.

Achim und Sandra Vogt genießen den Ausblick und freuen sich für ihre neunjährige Tochter Mary-Ann. An einer richtigen Nähmaschine zu schneidern, das sei großartig für das Mädchen. „Sie freut sich jeden Tag auf etwas Neues“, beobachtet Achim Vogt. Und lerne dabei, wie Gemeinwesen funktioniert. Das Spiel sei eine gute Vorbereitung auf das Leben, das Geldverdienen und das Geldausgeben. Und auch das Thema Vorsorge lernten die Kinder mit Hilfe der Sparbücher auf der Bank. Doch auch die Vogts haben einen Termin für die Stadtführung und gehen rüber in den Bereich, wo das Rathaus-Schild hängt. Der Andrang ist so groß, dass mehrere Gruppen loslaufen. Seit kurzem gebe es auch Puzzleheimer aus Spanien, Italien und Russland, erklärt eine Stadtführerin. Bei so viel Internationalität bleibt den Eltern die Spucke weg.