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Eissport – Ja oder Nein? Keine leichte Entscheidung für den Pforzheimer Gemeinderat am Ende der Debatte um die St.-Maur-Halle im Enzauenpark.   Ketterl, PZ-Archiv
Eissport – Ja oder Nein? Keine leichte Entscheidung für den Pforzheimer Gemeinderat am Ende der Debatte um die St.-Maur-Halle im Enzauenpark. Ketterl, PZ-Archiv
Naheliegend: Das 360-Grad-Panorama im Gasometer und der Biergarten im Enzauenpark, beides von Scheidtweiler mitbetrieben, befinden sich in unmittelbarer Nähe der St.Maur-Halle.
Naheliegend: Das 360-Grad-Panorama im Gasometer und der Biergarten im Enzauenpark, beides von Scheidtweiler mitbetrieben, befinden sich in unmittelbarer Nähe der St.Maur-Halle.
27.10.2017

Im Osten viel Neues: Brauhaus-Chef Scheidtweiler bestätigt Interesse an St.Maur-Halle

Vor Jahresfrist hatte Wolfgang Scheidtweiler ein Interesse an der St.Maur-Halle auf PZ-Anfrage noch ins Reich der Gerüchte verwiesen; von dort kehrte es am Montagabend am Rand der PZ-Sportlerwahl zurück: Am Donnerstag bestätigte der Chef des „Parkhotels“ Pforzheim und Sprecher der darin engagierten Investorengruppe, Besitzer der Brauerei Brauhaus und wirtschaftlicher Macher des Gasometers, dass er fürs „Parkhotel“ bei der Stadt sein Interesse am Kauf der St.Maur-Halle am Enzauenpark bekundet hat.

Wie mehrfach berichtet, will die Stadt die Eishalle verkaufen und sich zudem den jährlichen Zuschuss von rund 200 000 Euro sparen.

Scheidtweiler ist damit neben dem Eishockey-Sportler Maxim Schein, der ein Angebot mit dem symbolischen Kaufpreis von einem Euro abgab, und dem Ulmer Trampolinhallenbetreiber X-Treme Jump einer von mehreren Bietern. Soweit absehbar, ist aber Scheidtweilers Angebot als einziges als Teil eines größeren Ganzen zu sehen. Eines sehr viel größeren Ganzen. Denn der Hotelier und Brauer möchte nicht nur die Eishalle übernehmen und winters – zumindest die nächsten fünf Jahre, so Scheidtweiler – als solche betreiben, sommers das leerstehende Gebäude für kulturelle Events wie etwa Musicalgastspiele des Stadttheaters und vieles weitere nutzen. Er stellt zudem in Aussicht, in diverse Attraktionen des nahegelegenen Enzauenparks zu investieren, die deswegen aus dem Verkehr gezogen wurden oder von Stilllegung bedroht sind, weil die Stadt selbst kein Geld für Sanierung oder Erneuerung hat. Als Beispiel nennt Scheidtweiler den Wasserspielplatz und die seit Jahren gesperrte Brücke. Aber auch die einzelnen Bestandteile des wie der gesamte Enzauenpark zur Landesgartenschau 1992 entstandenen Energieparks will er beispielsweise aufwerten.

Damit steht dieses Vorhaben bereits geografisch in einem Zusammenhang mit dem nahe gelegenen Gasometer mit seinem von Yadegar Asisi geschaffenen Panorama „Rom 312“, einem Publikumsmagneten, der dieses Jahr laut Scheidtweiler rund 15 000 bis 18 000 Besucher mehr angezogen hat als im Eröffnungsjahr, und mit der gleichermaßen von Scheidtweiler bewirtschafteten Gastronomie des Enzauenparks, Baden-Württembergs größtem Biergarten. Auch dieser ist in die Jahre gekommen, ein Vierteljahrhundert nach der Eröffnung läuft der Pachtvertrag mit der Stadt aus, und Scheidtweiler hat seit einiger Zeit bereits eine Vertragsverlängerung auch davon abhängig gemacht, dass sich im Enzauenpark etwas tut. Das Rathaus schweigt zu den unterschiedlichen Bietern; es gehe schließlich um Vertragsgestaltungen und privatwirtschaftliche Interessen. Klar scheint aber: Der ungefähre Wert der Halle – rund 850 000 Euro – solle beim Verkauf erzielt werden. Ansonsten spielt das Konzept des Käufers wohl noch eine große Rolle. Die Entscheidung des Gemeinderats ist für 14. November angesetzt.