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23.04.2012

Im Schritttempo durch die Nordstadt quälen

Schritttempo in der Pforzheimer Nordstadt: Weil die Autobahnanschlussstelle Pforzheim-West wegen Bauarbeiten am Knoten zur B10 gesperrt ist, konzentriert sich der Pendlerverkehr auf Pforzheim-Nord. Und damit kriechen die Autoschlangen die Heinrich-Wieland-Allee hinunter und dann weiter auf der Hohenzollernstraße. Wer pünktlich zur Arbeitsstelle wollte, musste deutlich früher losfahren als sonst.

Die Nordstadt ist zumindest heute Morgen verstopft gewesen. Ob sich der Verkehr in den nächsten Tagen auf andere Zufahrtsstraßen verteilt, muss abgewartet werden. Einfach wird es nicht, wenn man zum Beispiel auf die Wilferdinger Höhe will. Dort läuft nämlich auch nicht alles rund.

Die B10 ist ab dem Ersinger Kreuz in Richtung Pforzheim halbseitig gesperrt. Dort, wo sich sonst zu den Hauptverkehrszeiten der Verkehr staut. Und dann gibt es noch Fahrbahnsperren auf der B10 im Bereich der Wilferdinger Höhe, die den Firmen und deren Lieferanten Kopfschmerzen bereiten. Vor allem: Die Planung des Umbaus soll nicht mit den Firmen abgesprochen worden sein.

Bauarbeiten an der Wilferdinger Höhe hätte es mit den Firmen nicht gegeben, sagt Nicole Kälber, Vorsitzende der Interessengemeinschaft Wilferdinger Höhe. „Nur ein oder zwei Wochen später, hätte die Sperrung für die Firmen keine so großen Auswirkungen mehr gehabt“, sagt die Inhaberin des Intersport-Profimarkts an der Karlsruher Straße weiter. Der nächste Sonntag ist verkaufsoffen. Wenn die Sperrung länger dauere, falle dieser mit der Sperrung zusammen.

Immerhin: Mitte der Woche sollen die Belagsarbeiten im Umkreis der B10 beendet sein. Und am Freitagnachmittag dürfte, wenn alles planmäßig verläuft, der A8-Anschluss Pforzheim-West wieder geöffnet sein

Trotzdem rechnet der Geschäftsführer des Autohauses Schweickert mit Umsatzausfällen. „Mit unseren Stammkunden können wir gezielt Termine ausmachen“, sagt Roger Schweickert. Für die anderen werde es schwer. Er verstehe nicht, warum man nicht an Ostern die Markierungsarbeiten vorgenommen habe, wenn die Läden nicht offen hätten. Auch Nachtbaustellen wären eine Alternative gewesen.

Der Bauleiter Detlef Arnold vom Regierungspräsidium Karlsruhe weist diese Möglichkeiten zurück. „Um die Qualität der Beläge zu garantieren, ist die Arbeit nachts nicht möglich.“ Außerdem seien Sperrungen an Ostern nicht erlaubt. In einem Rutsch wolle man nun versuchen, die Belags- und Markierungsarbeiten durchzuziehen. „Augen zu und durch.“ Für die Lieferanten des Möbelhauses Horn ist das leichter gesagt, als getan: „Sie müssen Hänger abkoppeln, um die Kurven der Umleitungsstraßen zu passieren“, sagt Inhaber Jochen Horn. Der Umbau im Rahmen der Westtangente mache die Firmen zu Opfern. Thomas Kurtz/Jennifer Kopka

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