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Endstation Crash: Ein Taxi-Räuber, der statt Bargeld zu stehlen lieber das Fahrzeug entwendete, kam nicht sehr weit. Nach einem Unfall in der Pforzheimer Südstadt ließ er das Taxi stehen und flüchtete zu Fuß.
Endstation Crash: Ein Taxi-Räuber, der statt Bargeld zu stehlen lieber das Fahrzeug entwendete, kam nicht sehr weit. Nach einem Unfall in der Pforzheimer Südstadt ließ er das Taxi stehen und flüchtete zu Fuß. © Fox
25.11.2015

Im Suff Taxi geklaut und Unfall gebaut: Lange Haftstrafe für 21-Jährigen

Vier Jahre und zehn Monate Haft: So lautete das Urteil der Großen Auswärtigen Jugendstrafkammer unter Vorsitz von Richter Peter Stier für den 21-jährigen Stefan H. (Name geändert). Die Vorwürfe des Raubes in Tateinheit mit Gefährdung des Straßenverkehrs, Fahren ohne Fahrerlaubnis sowie Fahrerflucht sah das Gericht am Ende des zweiten Verhandlungstags als erwiesen an. Was die Beweisaufnahme nicht habe belegen können, sei die versuchte Körperverletzung.

Auch die Staatsanwaltschaft hatte diesen Anklagepunkt schließlich fallengelassen.

Stefan H. hatte Anfang Juni dieses Jahres mit einem Bekannten eine Trinktour in Stuttgart begonnen. Als das Geld auszugehen drohte, waren die beiden in H. S. Heimatstadt Pforzheim gefahren, um bei dessen Eltern Geld zu holen. Kurz vor zwei Uhr wollten die beiden in die Landeshauptstadt zurückkehren, merkten aber, dass kein Zug mehr fuhr. Spontan, das hatte Stefan H. zugegeben, habe er die Idee gehabt, sich ein Taxi anzueignen. Mittels Beschimpfungen und Drohungen war ihm dies auch gelungen. Mit dem geklauten Taxi machte sich der stark alkoholisierte Mann, der keinen Führerschein besitzt, Richtung Süden davon. In der Tiergartenstraße verursachte er einen schweren Unfall, bei dem am geklauten Taxi sowie zwei geparkten Autos Totalschaden entstand. H. verließ mit leichten Verletzungen den Unfallort.

Zugunsten des Verurteilten wurden sein Geständnis sowie die Tatsache ausgelegt, dass er sich mit seiner Bewährungshelferin tags darauf der Polizei gestellt hatte. Auch seine Bereitschaft, an seiner Alkoholsucht zu arbeiten, wirkte sich positiv aus. Allerdings war der 21-Jährige erst im Februar wegen einer Reihe von Vergehen zu einer zweijährigen Bewährungsstrafe verurteilt worden. Nach einem einjährigen Strafvollzug ordnete Richter Stier eine rund zweijährige Therapie im Maßregelvollzug an.