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Sie entladen den Lastwagen: Susanne Weitbrecht und Fahrer Alex Gürwüz haben Lebensmittelspenden für den Tafelladen.  Foto: Meyer 

Immer mehr Rentner sind Kunden in Tafelläden in der Stadt - Fahrer gesucht

Pforzheim. Der Tafelladen an der Zeppelinstraße ist nicht nur unverzichtbar für Menschen wie den aus Moldawien stammenden Emil Rotman, der an diesem Morgen mit einer Berechtigungskarte für sich und seine Frau einen Einkaufskorb voller Lebensmittel zusammenstellt. Dabei hilft ihm Angela Hirschfeld hinter der Theke, die er als alte Bekannte begrüßt. Vor elf Jahren kam der 81-Jährige nach Pforzheim und lebt mit seiner Frau von Grundsicherung. Der Tafelladen ist auch ein Ort, an dem Menschen wie die 80-jährige Helga Gmelin Lebensmittel wie Dosensuppe und Speiseöl abliefern.

Die Ur-Pforzheimerin gibt gerne, was sie zu viel hat. Und einiges aus dem Korb hat sie extra eingekauft. Es existieren laut Bundesverband der Tafeln 940 solche Einrichtungen in Deutschland und im vergangenen Jahr wuchs die Zahl der Rentner unter den Bedürftigen um 20 Prozent. Es gibt Tage, da kommen annähernd 100 Kunden, immer öfter Rentner und Großfamilien, in die umgebauten Räume auf dem ehemaligen Postkraftwagenhof, sagt Monika Lörcher. Sie leitet zusammen mit Anke Laschet den Tafelladen und auch die Dependance an der Kelterstraße. Vor drei Jahren vergrößerte sich der Laden und zog in das ehemalige Bistro auf über 100 Quadratmeter mit Warteraum.

Seitdem ist mehr Platz und es geht ruhiger zu. In den Räumen des ehemaligen Tafelladens an der Zeppelinstraße wiederum sind nun das Büro und Gerätschaften untergebracht. Schon morgens um 8 Uhr können die Kunden ihre Berechtigungskarten als Nachweis der Bedürftigkeit abgeben. Dann entscheiden sie selbst, wann sie ihre Lebensmittel abholen, ob morgens oder nachmittags – an fünf Tagen in der Woche.

Diese häufigen Öffnungszeiten seien ungewöhnlich, sagt Sonja Winter, Geschäftsführerin der Gesellschaft für Beschäftigung und berufliche Eingliederung. 23 Arbeitsgelegenheiten für Arbeitslose seien in dem Projekt fürs Lebensmittelsortieren, Aufbereiten und den Verkauf vorgesehen, sieben Ehrenamtliche helfen mit und vier Fahrer steuern tagsüber insgesamt 52 Märkte aber auch Tankstellen, Bauernhöfe oder Bäckereien an, um tonnenweise Lebensmittel einzusammeln.

Deren Schicht beginne gegen 6 Uhr und ende gegen 11 Uhr, ergänzt Betriebsleiter Thomas Murphy. Schwer heben müssten sie nicht, denn sie sind in Begleitung. Winter und Murphy hoffen jetzt auf Verstärkung des Fahrerteams, vielleicht fänden sich auch Helfer, die einzelne Schichten übernehmen könnten. Die PZ-Aktion „Menschen in Not“ hatte die Anschaffung eines Fahrzeugs unterstützt.

Wer Interesse hat, als Fahrer zu arbeiten oder vielleicht auch nur einzelne Schichten übernehmen will, meldet sich telefonisch unter (07231) 3976400 oder geht zu den Öffnungszeiten vorbei.

Mehr über den Tafelladen lesen Sie am Dienstag, 14. Januar, in der „Pforzheimer Zeitung“ oder im E-Paper auf PZ-news.

Martina Schaefer

Martina Schaefer

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