IMG_0561
"Victory": Laura hat ihre erste Impfdosis im KIZ erhalten. 

Impfangebot für Kinder ab 12 Jahren am Wochenende im KIZ Mönsheim

Enzkreis. Pünktlich zum Ferienstart macht das Kreisimpfzentrum (KIZ) des Enzkreises in der Appenberg-Sporthalle in Mönsheim ein Spezialangebot für Kinder und Jugendliche ab 12 Jahren: Am Samstag und Sonntag können sie sich in der Zeit von 13 bis 19 Uhr impfen lassen – ohne Termin. "Einfach vorbeikommen und eine Dosis abgreifen", formuliert etwas salopp Christine Gorgs, die ärztliche Leiterin des KIZ.

Zum Einsatz kommt der Impfstoff von BionTech-Pfizer, der bereits seit dem 7. Juni für Menschen ab 12 Jahren zugelassen ist. Ganz aktuell hat die EU-Arzneimittelb-Behörde EMA auch das Serum der amerikanischen Firma Moderna für diese Altersgruppe freigegeben, aber "für den Einsatz hier bei uns fehlt noch das endgültige Go", wie Gorgs erklärt. Für Menschen ab 18 ist dieser Impfstoff bereits zugelassen – ebenso wie eben der von BionTech.

760_0900_130005_Impfaktion_Impfbus_Haidach_24.jpg
Pforzheim

Durchwachsene Resonanz auf Impfaktionen der Stadt Pforzheim

Minderjährige müssen der Impfung selbst zustimmen und benötigen das Einverständnis der Eltern oder Erziehungsberechtigten. Außerdem müssen sie einen gültigen Reisepass oder Personalausweis zur Impfung mitbringen. Hilfreich, aber keine Pflicht sind der gelbe Impfpass sowie die Krankenversicherungs-Karte.

Eltern können Impfstoff frei wählen

"Damit geht die Anmeldung schneller", verrät Christine Gorgs. Die Impfung selbst ist nach wie vor kostenlos – auch für Mama und Papa, wenn sie mitkommen: Sie können sich ebenfalls direkt impfen lassen – bei freier Auswahl des Impfstoffs. "Wir haben derzeit auch Johnson & Johnson auf Lager, bei dem eine einmalige Impfung ausreicht", so die Ärztin.

Derzeit hält sich die Ständige Impfkommission (STIKO) beim Robert-Koch-Institut noch mit einer Empfehlung zurück, was die generelle Impfung ab 12 betrifft. Ausdrücklich empfohlen wird sie nur bei Kindern und Jugendlichen mit bestimmen Vorerkrankungen oder anderen Risikofaktoren.

"Der Hauptgrund ist eine bislang zu dünne Datenlage, was diese Altersgruppe betrifft", wie Gorgs erläutert. Zudem erkrankten sie meistens nur leicht oder zeigten gar keine Symptome.

Long-Covid-Syndrom auch für Kinder gefährlich

Aber es gebe eben auch bei Kindern das "Long-Covid-Syndrom", bei dem bestimmte Folgewirkungen noch wochen- oder sogar monatelang das Leben beeinträchtigen könne. Noch aus einem anderen Grund hält Christine Gorgs eine Immunisierung von Kindern für hilfreich und notwendig:

"Nur wenn wir auch in dieser Altersgruppe viele Menschen impfen, können wir das Ziel einer Herdenimmunität erreichen."

Das sei auch deshalb so wichtig, weil nach wie vor ein Impfstoff für Kinder unter 12 nicht in Sicht sei. "Hier fehlen schlicht die Daten, um eine Zulassung rechtfertigen zu können."