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Die 101-jährige Emilie Hanslmaier liebt bayrisches Weißwurstfrühstück.  Foto: Privat 

"In München steht ein Hofbräuhaus": Seniorin aus Pforzheim wünscht sich Ständchen zum 101. Geburtstag

Pforzheim. Wenn man das Foto von Emilie Hanslmaier betrachtet, dann könnte man die Bayerin um ein Vielfaches jünger schätzen. Doch die Seniorin feiert am Montag, 12. April, im "Heim am Hachel" ihren 101. Geburtstag.

Während sie ihr 100. Wiegenfest im vergangenen Jahr coronabedingt ohne Angehörige feiern musste, damals stieß die Bayerin mit einem Bier bei einem zünftigen Weißwurstfrühstück mit einer Betreuungskraft an, sind in diesem Jahr – Dank Impfung und Lockerungen – zwei Geburtstagsbesuche am Tag möglich. Und auch mit den Mitbewohnern auf demselben Wohnbereich, die geimpft sind, kann wieder mehr Gemeinschaft stattfinden.

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Was Emilie Hanslmaier in der Corona-Zeit besonders fehlt, ist das gemeinsame Singen mit Betreuungskraft Siegfried Lutz, der sie von Anfang an mit Liedern, begleitet auf dem Akkordeon und gemeinsamen Sing- und Musikrunden begeisterte. Diese müssen nun ohne Gesang auskommen, den die Jubilarin sehr vermisst.

Lieblings-Pfleger spielt besonderes Ständchen zum Geburtstag

Denn die Ur-Bayerin liebt das Singen bei den Musikrunden und hat deshalb Lutz besonders in ihr Herz geschlossen und zu ihrem "Schätzle Siggi" auserkoren. Klare Sache, dass er ihr heute zum 101. Geburtstag ein besonderes Ständchen spielt. Vielleicht gar ihr Lieblingslied: "In München steht ein Hofbräuhaus", das Lokal, das sie früher oft mit ihrem Mann besuchte.

Häufig erzählt die Jubilarin auch von der "Spaten Brauerei" in München, wo ihr Mann gearbeitet hat und trinkt hin und wieder gerne ein Bier und vermisst vor allem die bayrische Kost. Wird die Dame auf ihr hochkarätiges Jubiläum angesprochen, dann antwortet sie auf urbayrisch: "Wos so old bin i scho. So old wird doch koiner". Sie schon, denn Hanslmaier hält sich durch Arbeit fit, in dem sie beispielsweise ihr Bett selbst macht und ihr Zimmer aufräumt. Dies hat sich auch im neuen Lebensjahr nicht geändert.

Die 101-Jährige wurde vor über einem Jahrhundert am 12. April 1920 in Steinbühl im Kreis Deggendorf geboren, ist verwitwet und kinderlos und lebte bis 2015 direkt in München. Kein Wunder, dass Emilie Hanslmaier ihren bayrischen Dialekt beibehalten und auch immer einen Spruch auf Lager hat, auch wenn mancher etwas derb daherkommt.

Verwandschaft führt Seniorin im hohen Alter nach Pforzheim

Beim Gedächtnistraining macht Hanslmaier beispielsweise nicht gerne mit, bezeichnet die Aktivität als "Schmarrn", weil sie in ihrem Leben schon genug lernen musste. Dafür geht die Jubilarin gerne im Garten spazieren und "tratscht" mit anderen.

Die Seniorin hat keine Verwandte in München, aber eine Cousine mit zwei Kindern in Pforzheim. Dies war auch der Grund, weshalb die noch rüstige Frau im Oktober 2015 von der bayrischen Landeshauptstadt in die Goldstadt, ins "Heim am Hachel" umgezogen ist.

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Denn ihre Wohnung in München lag im dritten Stock und einen Aufzug gab es keinen. Auch sei es nicht gut gewesen, dauerhaft alleine zu leben. Nach Anfangsschwierigkeiten hat sich Hanslmaier gut im "Heim am Hachel" eingelebt.