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11.07.2017

In einer ehemaligen Pforzheimer Metzgerei entsteht eine geheimnisvolle Welt

Müllberge türmen sich auf der Straße, der dunkle Eingang wirkt noch wenig einladend, die Fensterscheiben bleich und undurchsichtig. Eine schwere, alte Tür öffnet den Blick auf einen großen Raum. In Pforzheim wird eine geheimnisvolle Welt entstehen, die vorerst im Dunkeln bleiben soll. PZ-news hatte einen einmaligen Einblick in die laufenden Vorbereitungen, die eine ehemalige Metzgerei in einen Ort des Rätsels verwandeln wird.

Bildergalerie: Geheimnisvolles Bauprojekt in Pforzheim

Schutt liegt auf dem Boden, Werkzeugkästen stapeln sich, in einem alten Einkaufswagen stehen Eimer voll mit Pinseln, Spachteln und Tapeten. Der beißende Geruch von frischer Farbe liegt in der Luft. Radio-Musik dudelt aus einem alten Ghettoblaster in der Ecke. Große Pläne sollen diese Wände und Räume in etwas Großartiges verwandeln. Noch ist nicht viel von der unendlichen Fantasie des Bauherren zu sehen.

Ein kleines Loch in der Mauer führt in den nächsten Raum, in dem seltsame Gerätschaften lagern. Eine Dechiffriermaschine liegt im Dunkel und erinnert an längst vergangene Tage. Eine geheimnisvolle Atmosphäre hängt in den Wänden. Rätselhafte Dinge sollen hier passieren. Ein schmaler Flur vorbei an einem wenig vertrauenerweckenden Sicherungskasten leitet den Weg in einen kahlen, sonnendurchfluteten Raum. Nur noch wenig erinnert an die Metzgerei, die einst hier gewesen ist.

Die ehemalige Räucherkammer jedoch hat ihren urtypischen Geruch noch nicht verloren. Ruß liegt verstreut auf Boden, Dreck und Asche haben sich wie ein Film über die alten Rohre und Leitungen gelegt. Der Staub tanzt im einfallenden Licht, das durch die Milchglas-Fenster scheint. Hier soll einmal eine atemberaubende Waldlandschaft entstehen, doch das unangenehme Gefühl der riesigen, alten Räucheröfen und der Gedanke an hunderte geschlachtete Schweine scheint schwer zu ignorieren.

Was hier entstehen soll, bedient sich jedoch diesem markdurchdringenden Ambiente. Die Atmosphäre in diesem Raumgeflecht scheint zu vibrieren. Die Ideen des Bauherren tauchen das Gebäude jedoch in neues Licht und geben dem leeren Zimmer eine Geschichte. Im nächsten Raum stapeln sich alte Massivholzmöbel, die an ein traditionelles Schwarzwald-Gasthaus denken lassen. Verstaubt und verlassen geben sie in der Garage ein trauriges Bild ab. Doch sie erwartet ein Leben nach dem Tod – bald dienen sie als unverzichtbare Accessoires eines Raumes, der die Fiktion zum Leben erwecken soll. Wie ein Puppenhaus, doch die Stimmung bleibt zwielichtig. Hier wird etwas entstehen, das Menschen an ihre Grenzen bringen wird. Es bleibt spannend.