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Bernd Rechel (Goldader Bildung), Hans Brügelmann und Gerhard Sutor (Staatliches Seminar, von links) sind Bildungs-Fachleute.
Bernd Rechel (Goldader Bildung), Hans Brügelmann und Gerhard Sutor (Staatliches Seminar, von links) sind Bildungs-Fachleute.
25.11.2016

Individualität statt Standards: Grundschulexperte Brügelmann spricht vor Pädagogen

Pforzheim. Ein Aufschrei des Entsetzens ging durchs Land, als jüngst eine Vergleichsstudie veröffentlicht wurde: Baden-Württembergs Neuntklässler rutschten von Platz zwei im Vorjahr auf Rang zehn ab. Schuld, so die reflexartigen Reaktionen, seien Gemeinschaftsschulen und das „Schreiben nach Gehör“ – Teufelszeug für konservative Bildungspolitiker, und schuld sei die frühere grün-rote Landesregierung. So etwas lässt Professor Hans Brügelmann (Bremen), der wohl renommierteste Grundschulexperte Deutschlands, nicht gelten.

Auf Einladung des Vereins Goldader Bildung, des Staatlichen Seminars für Didaktik und des Staatlichen Schulamts trägt er in der Mensa der Brötzinger Schule vor 150 Pädagogen seine Vorstellung vom individuellen Lernen im gemeinsamen Unterricht vor – und rennt bei den vorwiegend jüngeren Lehrern offene Türen ein. Der Grundschulbesuch der getesteten 15-Jährigen habe vor der grün-roten-Reform gelegen; die Gemeinschaftsschulen seien nicht einbezogen worden, in Orthografie sei keine signifikante Veränderung zu verzeichnen – das musste mal gesagt sein. Ansonsten ein Plädoyer für Unterricht mit Dialogcharakter, Inklusion statt Abgrenzung, Motivation, persönliche Zuwendung – das Gegenteil von geforderten Bildung-„Standards“.

cus.zimt.uni-siegen.de