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Lutz Barth mimt Martin Luther und hält die Rolle mit den 95 Thesen in Händen, Annette Barth alias Magd Dorothea hat historische Requisiten im Korb. Das Ehepaar hegt zum Reformationsjubiläum große Pläne für die Schloßkirche. Foto: Ketterl
Lutz Barth mimt Martin Luther und hält die Rolle mit den 95 Thesen in Händen, Annette Barth alias Magd Dorothea hat historische Requisiten im Korb. Das Ehepaar hegt zum Reformationsjubiläum große Pläne für die Schloßkirche. Foto: Ketterl
18.11.2016

Info-Treffen zur Reformationsschau:Einblicke in aufwendige Ausstellung in Schloßkirche

Pforzheim. In die Rollen und Roben von Martin Luther und der Magd Dorothea sind Lutz und Annette Barth geschlüpft. Im Wortsinn spielend holen sie die Reformation ins Heute und wecken damit offensichtlich die Neugier und die Vorfreude auf jene aufwendige Schau, die die Schloßkirche vom 15. Mai bis zum 28. Juli 2017 in einen Erlebnisraum verwandelt. Beim ersten Infoabend am Donnerstag, bei dem Freiwillige für die Mitarbeit gesucht werden und der passenderweise im Lutherhaus stattfindet, müssen Stühle nachgeholt werden. Die Resonanz macht Mut, doch helfende Hände braucht es viele. Mindestens 60 Ehrenamtliche, sagt Lutz Barth, sind für dieses Großprojekt zum Jubiläum „500 Jahre Reformation“ nötig.

Gotteshaus als Sinnenpark

Besucher empfangen, Kassen- und Büchertisch betreuen, Führungen geben und natürlich auf- und wieder abbauen: So vielfältig, wie die Aufgaben sind, so facettenreich ist die Ausstellung „Mensch Luther“.

Es sei eine „einmalige Gelegenheit, die Schloßkirche als mittelalterliche Kirche ohne Bänke zu erleben“, sagt die Pfarrerin Heike Reisner-Baral: „Ich bin total gespannt.“ Mit szenischem Spiel, aber auch anhand von Modellen, Grafiken und Bildern gewähren die Macher detaillierte und tatsächlich spannende Einblicke. Die Gemeindemitglieder werden ihr Gotteshaus in der Ausstellungszeit kaum wiedererkennen. Dafür sorgen riesige Kulissen. Das Kirchenportal etwa verwandelt sich in ein Burgtor samt Zugbrücke. Drinnen können sich die Besucher in einem Burghof über Luthers Kindheit und Jugend informieren. Die Gewitterszene, in der Luther gelobt, Mönch zu werden, wird ebenso plastisch dargestellt wie das Kloster Erfurt, ein Marktplatz mit Ständen und Figuren oder das Kloster Wittenberg mit raumhohen Bibelwänden. Rundum blau ist der „Raum der Freiheit“ mit großer Luther-Figur, in dem eine Stimme aus dem Off die Besucher direkt anspricht. Jene können selbst an der Schloßkirche zu Wittenberg das Thesenpapier anbringen. Sie erleben, wie sich Luther gegen die Bannandrohungsbulle stemmt und sich gegenüber Kaiser und Papst behauptet. Auch Luthers Schattenseiten kommen ans Licht. „Eine Bauersfrau und Juden lassen anklingen, wo er sich schuldig gemacht hat“, erläutert Annette Barth.

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