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In Pforzheim haben Salafisten in der Fußgängerzone für Aufsehen gesorgt. © PZ-Archiv
11.02.2013

Innenminister Gall sieht große Gefahr durch Salafisten

Stuttgart/Pforzheim. Baden-Württembergs Innenminister Reinhold Gall (SPD) schätzt die Gefahr durch Salafisten hoch ein, sieht das Land aber gut gerüstet. Es bestehe die Gefahr schwerer Anschläge, sagte Gall den «Stuttgarter Nachrichten». Auch in Pforzheim sorgen die Salafisten immer wieder für Diskussionen.

Bildergalerie: Brutale Attacken extremistischer Salafisten gegen die Polizei

Zuletzt hatte die Meldung für Aufsehen gesorgt, dass ein Salafist aus Pforzheim sich in einem Terror-Camp in einer ägyptischen Kleinstadt ausbilden lassen haben soll. Im Innenministerium und bei der Pforzheimer Polizei hatte man diese Meldung allerdings nicht bestätigen können.

Dennoch: In der Al Baraka-Moschee in Pforzheim gibt es Salafisten, die ihre radikal-konservative Interpretation des Islam auch bei Infoständen in der Pforzheimer Fußgängerzone unters Volk zu bringen suchen.

Gall betonte: «Allein im Internetkompetenzzentrum unseres Verfassungsschutzes sind damit rund 60 Mitarbeiter beschäftigt. Sie schauen, wie sich die Szene im Internet präsentiert und welche Schlüsse daraus zu ziehen sind.» Rund um die Uhr könne das Land aber nicht «jeden möglichen Gefährder» im Auge behalten.

Allerdings sei der Rückhalt für militante Islamisten unter den Muslimen in Deutschland äußerst gering. «Es ist keineswegs so, dass Gewaltbereite immer den Sicherheitsbehörden zuerst auffallen», sagte Gall dem Blatt. Bisweilen kämen Hinweise auch aus dem persönlichen Umfeld - häufig von Eltern, die sich um ihre Söhne sorgten.