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Knapp 90 Unterzeichner aus allen Kreisen der Stadtgesellschaft haben sich zusammengeschlossen.

Innenstadt-Ost bekommt Rückenwind: Nach Gegnern formieren sich Befürworter

Pforzheim. Von A wie Abraham, Jochen, bis Z wie Zeh, Matthias: 88 Erstunterzeichner umfasst die Unterschriftenliste der Initiative für Pforzheim und die Innenstadt-Entwicklung Ost. Unter diesem Namen hat sie sich in der vergangenen Woche aus der Medien- und IT-Branche heraus gegründet.

Mittlerweile sind unter anderem noch Handwerk, Bau, Präzisionstechnik und Schmuckindustrie vertreten. Dazu zählen ferner Vertreter des öffentlichen Lebens wie Pfarrerin Heike Reisner-Baral, Michael Geiger (Kinobetriebe), Kommunales-Kino-Chefin Christine Müh, Generalmusikdirektor Markus Huber, CfR-Pforzheim-Vorsitzender Markus Geiser, Aktionskünstler Andreas Sarow und der als Witze-Erzähler bundesweit bekannte Malermeister Oliver Gimber. In einem Offenen Brief und mit Einzel-Aussagen warnen sie vor Stillstand und weiterer Abwärtstendenz in Pforzheim, falls der Gemeinderat sich nun dagegen entscheidet, den seit 2012 beschrittenem Weg mit dem auserkorenen Investor ten Brinke zu Ende zu gehen. Dieser plant in Abstimmung mit der Stadt, vier große Gebäude entlang der Östlichen Karl-Friedrich-Straße zwischen Schlossberg und Deimlingstraße zu bauen. Dort sind Wohnen, Gastronomie, Büros, Handel, Kitas und Kultur vorgesehen.

FDP-Mann Rülke warnt

Wortführer der Gegner ist der Pforzheimer FDP-Politiker Hans-Ulrich Rülke. „Leider kennt die Öffentlichkeit die Risiken nicht“, sagt er. Die Erfahrungen anderer Städte mit ten Brinke würden Fragen aufwerfen. Die Mietkosten der Verwaltungsgebäude, ursprünglich auf zehn Euro je Quadratmeter angesetzt, stellten sich nun anders dar, auch daraus leitet er immense Kosten für die Stadt ab. Verkauf und Abriss des Technischen Rathauses sowie der geplante geförderten Wohnbau bergen für Rülke weitere finanzielle Risiken für die Stadt. Wie solle zudem der Busverkehr funktionieren, wenn der Schlossberg gesperrt werde? Die Pforzheimer sollten genau informiert werden und in einem Bürgerentscheid selbst entscheiden. „Anders als mancher ehemalige IHK-Funktionär traue ich ihnen das auch zu“, so Rülke als Reaktion auf den früheren IHK-Präsidenten Burkhard Thost, der Rülke als Nein-Sager und Verhinderer kritisiert hatte.

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