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Wohin mit den Lehrlingen? Die weitere Zukunft der Bau-Ausbildung in der Pitzmann&Pfeiffer-Halle ist offen.
Wohin mit den Lehrlingen? Die weitere Zukunft der Bau-Ausbildung in der Pitzmann&Pfeiffer-Halle ist offen.
26.01.2011

Innung in Sorge um Ausbildungstätte am Benckiserpark

PFORZHEIM. Man soll das Fell des Bären nie verteilen, bevor er erlegt ist. Genau das aber ist durch veröffentlichte Gedankenspiele geschehen, wonach die historische Pitzmann&Pfeiffer-Halle neben dem Benckiserpark künftig Pforzheims vier alte Straßenbahnen beherbergen könnte. Doch dort betreibt die Bau-Innung ihre überbetriebliche Ausbildungsstätte.

Lehrwart Jürgen Lipps suchte sofort nach der Veröffentlichung am Dienstag den Kontakt zu Baubürgermeister Alexander Uhlig, am Mittwoch war die Sache dann Thema in der Bürgermeister-Runde – und gleich wieder vom Tisch, wie Uhlig ihm versichert habe, berichtet Lipps. „ Das ganze ist ein Vorstoß gewesen, der ad acta gelegt ist. So waren seine Worte“, sagt der Innungsmann.

Damit ist die Existenz der überbetrieblichen Ausbildungsstätte keineswegs gesichert. Die Stadt als Vermieter der Halle verlangt nämlich künftig rund 50 000 Euro an Warmmiete, knapp die Hälfte davon für Nebenkosten. Das müsste die Innung alleine bezahlen, seit die Alfons-Kern-Schule mit ihren Werkstätten aus- und in ihren eigenen Neubau eingezogen ist. „Diese Summe sprengt die Möglichkeiten der Innung“, sagt Lipps. Müsste die Innung das Gebäude räumen, in das sie bereits viel Eigenarbeit gesteckt hat und erneut einen sechsstelligen Betrag investieren wollte, könnte es zum Äußersten kommen. Fände sich in Pforzheim kein Ersatz, würde die überbetriebliche Ausbildung in Lehrstätten des nordbadischen Bauverbands in Karlsruhe oder Mannheim stattfinden. Das wiederum, so hätten ihm viele Mitglieder signalisiert, würden die Betriebe nicht mitmachen. Rund zwei Drittel der 60 Lehrstellen stünden auf der Kippe, schätzt Lipps. „Wir wollen die überbetriebliche Ausbildungsstätte in Pforzheim halten“, versichert demgegenüber Baubürgermeister Alexander Uhlig.

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