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Die Handynutzung am Steuer ist verboten. Besonders heikel ist es, wenn Fahrgäste transportiert werden. Foto: AntonioDiaz/Adobe-Stock

Insassen klagen über Busfahrer mit Handy am Steuer - mehrere Verstöße festgestellt

Pforzheim/Enzkreis. Telefonieren am Steuer ist verboten. Aus gutem Grund. Der abgelenkte Blick aufs Handy kann am Ende Leben kosten. Doch viele Autofahrer schreckt das nicht ab. Besonders schlimm: Auch so mancher Busfahrer oder Zugführer greift zum Handy und bringt so seine Fahrgäste in Gefahr. Fünf solcher Verstöße in Pforzheim und im Enzkreis hat die Polizei im vergangenen Jahr registriert. Die Dunkelziffer dürfte deutlich höher sein.

Denn ist die Polizei nicht zufällig vor Ort, ist der Verstoß schwer nachzuweisen. Schlechte Erfahrungen hat etwa Béla Tiringer gemacht – und sich daraufhin an die „Pforzheimer Zeitung“ gewendet. Vom Hauptbahnhof sei er mit der Linie 2 in Richtung Sonnenhof gefahren. „Schon bei der Einfahrt zur Haltestelle Pforzheim Hauptbahnhof telefonierte der Fahrer wild gestikulierend in türkischer Sprache. Natürlich ohne Freisprecheinrichtung“, schildert Tiringer sein Erlebnis.

["Es kann es nicht sein, dass ein für 100 Fahrgäste verantwortlicher Fahrer derart durch sein Handy abgelenkt ist" - was ein PZ-Leser in der Kulturbahn erlebte]

Polizei kontrolliert mögliche Handy-Sünden erst an der Endhaltestelle

„Wir bedauern, dass Ihr Leser und auch die anderen Passagiere eine unerfreuliche Busfahrt hatten, die nicht dem Qualitätsstandard entspricht, den die Kunden erwarten können“, schreibt die Pressestelle der Deutschen Bahn AG. Sie hatte sich – mit der Beschwerde konfrontiert – bei DB Regio Bus nach dem Vorfall erkundigt. Es handele es sich um den Fahrer einer beauftragten Fremdfirma. „Wir haben mit dem Auftragnehmer gesprochen, der disziplinarisch für den Fahrer verantwortlich ist“, so die Bahn, die erklärt, dass Beschwerden über telefonierende Busfahrer „sehr selten“ seien. Wenn eine Gefährdungslage erkennbar sei, stehe es den Fahrgästen frei, die Polizei zu rufen „und auch uns einen entsprechenden Hinweis auf das Verhalten des Busfahrers zu geben (DB Regio Bus, Region Baden-Württemberg)“, schreibt die Bahnsprecherin weiter.

„Die Kollegen kontrollieren bei solchen Fällen erst an der Endhaltestelle“, erklärt ein Polizeisprecher. Bis dahin hat der Busfahrer das Gespräch möglicherweise schon längst beendet. Damit dann nicht Aussage gegen Aussage steht, rät die Polizei, weitere Fahrgäste auf das Verhalten aufmerksam zu machen und sich von ihnen die Telefonnummer geben zu lassen. Notieren sollten sich Betroffene zudem Tag, Uhrzeit, Buslinie, genauen Standort und – wenn möglich – das Kennzeichen.

Bärbel Schierling

Bärbel Schierling

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