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Als Maik (Nikola Mustapic) im Krankenhaus liegt, überzeugt ihn Lisa (Lene Ietro) davon, dass auch er ein „wahrer Held“ sein kann. Das Musical der Insel-Realschüler hat bei der Erstaufführung am Freitag über 100 Zuschauer begeistert. Foto: Falk
Als Maik (Nikola Mustapic) im Krankenhaus liegt, überzeugt ihn Lisa (Lene Ietro) davon, dass auch er ein „wahrer Held“ sein kann. Das Musical der Insel-Realschüler hat bei der Erstaufführung am Freitag über 100 Zuschauer begeistert. Foto: Falk
14.01.2018

Insel-Realschüler präsentieren eigenes Musical: Heldenhafter Auftritt vor großem Publikum

Pforzheim. Schon eine halbe Stunde, ehe es losging, hatte sich am Freitagabend vorm Kupferdächle eine lange Schlange von gut 100 Eltern, Geschwistern, Freunden und Lehrern gebildet. Sie alle wollten die Uraufführung des Musicals „Wahre Helden“ sehen.

Das hatten 34 Insel-Realschüler über vier Monate hinweg mit den Lehrern Dennis Wickersheim, Benedikt Staud und Aylin Staud sowie Claudia Kögler und Ella Schneider, Studentinnen der PH Ludwigsburg, eingeübt.

Nach einer Woche finaler Proben war es also so weit: „Ich habe schon leichtes Lampenfieber“, gab Amed Alkum, der in dem Musical den trotteligen Eugen spielt, zu. Auch Nikola Mustapic, der in die Hauptrolle des Maik schlüpfte, war ein bisschen nervös. Lea Schuldt, die in „Wahre Helden“ die Cheyenne verkörpert, verspürte vor allem riesige Vorfreude: „Das Spielen macht so viel Spaß.“ Zwar sei Cheyenne ganz anders als sie, aber die Rolle sei machbar, so die 15-Jährige: „Ich muss eben sehr übertreiben.“ Und das tat sie.

Am Anfang des Musicals bekommt der junge Maik in der Schule eine Deutscharbeit zurück – wieder einmal benotet mit einer Fünf. Der Junge traut sich kaum, seinem biertrinkenden und Bundesliga schauenden Vater davon zu erzählen. Als er es doch tut, reagiert der Vater wie immer: Er schreit seinen Sohn an, nennt ihn einen Versager und eine Schande für die gesamte Familie. Maik läuft von zu Hause davon – und trifft auf Eugen und Cheyenne.

Bloß nicht unterkriegen lassen

Die tun ihm jedoch ganz und gar nicht gut und bringen Maik den Drogen näher. Schließlich lässt sich der Jugendliche noch von Rocco, dem Anführer der kriminellen Bande, zu einem Einbruch überreden. Am Abend der Tat geht alles schief: Die Alarmanlage der Villa löst aus, und die Tochter des Hauses, Lisa – gespielt von Lene Ietro –, steht den Einbrechern gegenüber. Maik beschützt das Mädchen vor Rocco. Bei seiner Flucht verletzt er sich und landet im Krankenhaus. Lisa besucht ihn dort und überzeugt Maik davon, dass sein Vater ihn nur so behandelt, weil er in seiner Kindheit selbst keine Liebe erfahren hatte.

Am Ende versöhnt sich der Junge mit seinem Vater, der zugibt, immer stolz auf seinen Sohn gewesen zu sein. Lisa und Maik schaffen es auch, Eugen, Cheyenne und Rocco zu überzeugen, in Zukunft keine kriminellen Sachen mehr zu machen.

Begleitet wurden die Schauspieler von einem text- und tonsicheren Chor. Und was wollen die Schüler mit dem von Lehrer Wickersheim geschriebenen Stück zeigen? „Jeder kann mit ein bisschen Arbeit ein wahrer Held werden“, sagt Amed Alkum. „Man muss zu sich stehen und stolz auf sich sein“, meint Mitschülerin Lene Ietro. Nikola Mustapic ergänzt: „Man darf sich von niemandem unterkriegen lassen.“

Das Musical wird am Montag um 14 Uhr im Kupferdächle noch einmal aufgeführt. Der Eintritt ist frei.