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Diese Brache soll aufblühen: Baubürgermeister Alexander Uhlig mit dem Investor Jochen Godel und dessen Projektentwickler Joachim Hübner (von links).   Foto: Seibel
Diese Brache soll aufblühen: Baubürgermeister Alexander Uhlig mit dem Investor Jochen Godel und dessen Projektentwickler Joachim Hübner (von links). Foto: Seibel
08.01.2016

Investoren planen 150 Wohnungen auf einen Streich an der Tunnelstraße

Dass Pforzheims Bevölkerung wächst und Wohnraum in der Stadt bereits jetzt rar ist, hat die PZ jüngst vermeldet. Entsprechend erfreut kommentiert Baubürgermeister Alexander Uhlig beim Ortstermin mit den Investoren Pläne für ein Großprojekt, das auf einen Schlag rund 150 Wohnungen an der Tunnelstraße schaffen wird. Enorm wichtig sei das Vorhaben für die Stadtentwicklung, sagt Uhlig. Zumal in dem Gebäudekomplex künftig Menschen jeden Alters und aller Schichten zusammenleben sollen.

Es ist ein großes, aber für die Stuttgarter Unternehmensgruppe Godel kein außergewöhnliches Vorhaben. Sie hat etliche Bauprojekte dieser Dimension verwirklicht. Entsprechend gelassen gehen der Eigentümer und Geschäftsführer Jochen Godel sowie der Leiter der Projektentwicklung, Joachim Hübner, die Maßnahme an, die die Wohnraumsituation in Pforzheim zu entspannen hilft. Und das an einer Stelle, die architektonische und planerische Finesse erfordert. Sehr lang und recht schmal ist der Streifen zwischen den Bahngleisen und der Tunnelstraße, der bislang brachliegt und durch wild abgelagerten Müll eher negativ auffällt. Das soll sich ändern. Fast den gesamten Bereich zwischen der Berliner und der Durlacher Straße will die Godel-Gruppe aufwerten. Drei Einzelgebäude mit je vier bis sechs Stockwerken samt Tiefgarage sollen entstehen.

Für die östliche Seite sieht die Planung eine öffentliche parkähnliche Grünfläche samt Spielplatz vor. Auch zwischen den Gebäudeblöcken sorgen zwei Quartiersplätze für Aufenthaltsqualität. Vor allem aber das Wohnkonzept soll dafür sorgen, dass sich Menschen aller Couleur wohlfühlen. 300 bis 400 Personen sollen an der Tunnelstraße ein neues Zuhause finden.

Wie Jochen Godel erläutert, reicht das Angebot von „sehr bezahlbaren“ bis zu „sehr hochwertigen“ Wohnungen. Die Größen reichen von kleinen Zwei-Zimmer- bis zu großzügigen Fünfeinhalb-Zimmer-Wohnungen. Auch die Ausstattung variiert. So können sich Interessenten für eine günstige Basisversion entscheiden, aber auch – ähnlich der Extras beim Autokauf – höhere oder gar luxuriöse Standards ordern. Auch sogenannte Vital-Wohnungen für ältere Semester wird es geben – mit breiten Türen etwa und einer bodengleichen Dusche. Aufzüge sind in allen drei Wohnblöcken ohnehin obligatorisch. Möglicherweise wird auch eine Kita in das Projekt integriert.

Vom Hochschüler oder Single über Senioren bis zu Familien mit mehreren Kindern – „generationenübergreifendes Wohnen“ nennt Godel das Konzept, das ein Drittel Miet- und zwei Drittel Eigentumswohnungen vorsieht. Da unter den Käufern etliche Kapitalanleger sein dürften, rechnet der Bauherr damit, dass am Ende 50 Prozent der Räume als Mietwohnungen zur Verfügung stehen.

Die Macher des Projekts – Godel und Hübner sind selbst Architekten und arbeiten zudem mit dem Stuttgarter Architekturbüro Kubus 360 zusammen – haben die Gestaltung der besonderen Lage angepasst. Im Norden, zu den Bahngleisen hin, werden sich auf der besonders lärmgeschützten Seite die Treppenhäuser, Bäder, Küchen und Abstellräume befinden. Die südliche Seite indes ist bodentief verglast, bietet Balkone und in den oberen Stockwerken – insbesondere von den Penthouse-Wohnungen – Ausblicke über die Stadt und auf den gegenüberliegenden Forst. Verschiedene Farbgebungen sollen jedem der drei Blöcke einen individuellen Akzent geben.

In einem Jahr geht’s los

Zum Kaufpreis – das Gelände gehört der in die Planungen eingebundenen Deutschen Bahn – und zum Investitionsvolumen hält sich Godel bedeckt. Details gibt es zum Zeitplan. In einem Dreivierteljahr soll der Bebauungsplan für das bereits im Mai 2014 nichtöffentlich im Gestaltungsbeirat vorgestellte Projekt stehen. Eventuell noch Ende 2016, spätestens Anfang 2017 sollen die Bagger anrollen. Parallel beginnt im Herbst die Vermarktung. Mit einer Bauzeit pro Block von einem Jahr rechnet der Investor. Die Arbeiten laufen gestaffelt, sodass eines der Häuser bezogen werden kann, während nebenan noch der Feinschliff läuft. Für das Gesamtprojekt ist eine Bauzeit von zwei Jahren angesetzt.

Uhlig wie Godel loben das Miteinander von Bauherr und Stadtverwaltung. Die Nähe zur Bahn und zur Innenstadt hätten besonderen Charme, sagt Uhlig: „Das ist städtisches Wohnen.“

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