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07.12.2015

Islam-Unterricht soll Extremismus vorbeugen

Pforzheim. Der Beteiligung der Pforzheimer Insel-Grundschule und der Schanzschule am Modellprojekt „Islamischer Religionsunterricht an öffentlichen Schulen in Baden-Württemberg“ zum kommenden Schuljahr 2016/2017 dürfte nichts mehr im Wege stehen. Bei einer Gegenstimme und einer Enthaltung hat der Gemeinsame Schulbeirat den Anträgen der Schulen gestern zugestimmt.

Die Stunden übernimmt eine dafür qualifizierte Lehrkraft der jeweiligen Glaubensgemeinschaft, unterrichtet wird auf Deutsch. Dabei sollen die Schüler die Grundlagen ihrer Religion kennenlernen. Ziel ist es, mit dem Projekt einen Beitrag zur Integration zu leisten sowie die Akzeptanz und Toleranz anderer Glaubensrichtungen zu fördern.

An der Insel-Realschule wird der Islam-Unterricht bereits seit dem laufenden Schuljahr angeboten. „Die Methodik ist vergleichbar mit der des evangelischen und katholischen Religionsunterrichts“, so Andreas Renner, Leiter der Insel-Grundschule. „Die muslimischen Schüler lernen, sich in deutscher Sprache mit ihren Mitschülern über ihre Religion zu verständigen“, erklärte Zainab Sahabi, die bereits als Lehrerin an der Insel-Grundschule tätig ist. Von 333 Grundschülern bekennen sich 88 zum islamischen Glauben. Die Schulleitung geht daher davon aus, dass es pro Klassenstufe eine Unterrichtsgruppe geben werde. An der Schanzschule sind 115 von insgesamt 452 Schülern Muslime. Sie sollen künftig von Ayse Aydemir unterrichtet werden. „Mit dem Angebot wollen wir Extremismus vorbeugen“, so die Lehrerin. Besonders betonte sie, dass es darum gehe, „gemeinsam für ein besseres Zusammenleben zu sorgen – nicht Koranverse auf Arabisch auswendig zu lernen“.

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