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26.08.2009

„Jeder kann etwas bewirken“

PFORZHEIM. Die frisch gebackene Abiturientin Esther Weikel möchte sich einmischen und für andere Verantwortung übernehmen. Sie ist als Schülersprecherin der Fritz-Erler-Schule auf den Geschmack gekommen.

Fester Händedruck und der klare Blick fixiert den Gegenüber: Die 19-jährige Esther Weickel will sich nicht wegducken. Sie will lieber Position im Leben beziehen, sei es politisch oder auch im privaten Umfeld.
Ihre Abschlussnoten sind eher durchschnittlich. „Ich habe mich viel zu sehr um die Schülermitverwaltung gekümmert.“ Sie war Schulsprecherin im letzten und wichtigsten Schuljahr, kurz vor dem Abitur. Ihre Mutter fand es gut, war aber andererseits besorgt wegen der doppelten Belastung ihrer Tochter.

Echte Hürde: Mathe und BWL

Erst nach der zehnten Klasse war Esther Weickel von einer Realschule auf das berufliche Gymnasium gewechselt. Während sie Deutsch und Geschichte interessierte, waren Mathe und Betriebswirtschaft für sie echte Hürden, erklärt sie.

In einem Team stellte sie sich mit anderen Gleichgesinnten den Schülern zur Wahl. Vorletztes Jahr engagierte sie sich dann zunächst als stellvertretende Schulsprecherin. „Ich habe das nie als lästige Pflicht gesehen. Es hat Spaß gemacht.“ Das Reden vor großem Publikum spornt sie an – sie glaubt an das gesprochene Wort und ist deshalb schon mehrmals bei „Jugend debattiert“ auf die Landesebene vorgerückt. Ob bei der Schulversammlung, wo auch Lehrer und Elternvertreter dabei sind, oder bei der Vorstellungsrunde zu den Schülersprecherwahlen, sie überzeugt mit der Idee, dass „jeder etwas bewirken kann“.

Den Beweis tritt sie dann auch an: Ein verwilderter Schulhof, der vom Gebäude aus zugänglich ist, wird durch Arbeitseinsatz vorzeigbar. „Wir haben Büsche geschnitten und Unkraut gejätet.“ Drei Bänke stehen mittlerweile dort und die Schülermittverwaltung (SMV) schließt den Bereich selbstverantwortlich auf.

Noch immer engagiert

Die SMV hilft außerdem beim Schulfest, organisiert Konzerte und Skifreizeiten. Und auch jetzt – die Abiturientin hat ihren Studienplatz in Karlsruhe für Kultur- und Ideengeschichte im Herbst sicher – ist sie noch mit der Organisation einer Schulveranstaltung am 18. September beschäftigt: einem Rockkonzert mit Namen „Rock the Erler Ground“, das im vergangenen Jahr zum ersten Mal mit großer Resonanz stattfand. Die Bands müssen mit Hilfe von Schülerwünschen ausgesucht und Sponsoren gefunden werden.

Undurchschaubare Politik

Esther Weickel will sich künftig auch politisch einmischen, weil sie an die Kraft der Veränderung glaubt. Ob das in einer Partei sein wird, weiß sie noch nicht. „Ich würde gerne dabei helfen, für alle Politik durchschaubarer zu machen“, sagt sie.