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Lars Bader wirbt voller Überzeugung für die Notinseln. Der Schülersprecher des Hilda-Gymnasiums und Chef des Gesamtschülerrats will dafür sorgen, dass möglichst viele Kinder um die Schutzräume in Pforzheim und der Region wissen. Erb
Lars Bader wirbt voller Überzeugung für die Notinseln. Der Schülersprecher des Hilda-Gymnasiums und Chef des Gesamtschülerrats will dafür sorgen, dass möglichst viele Kinder um die Schutzräume in Pforzheim und der Region wissen. Erb
01.11.2016

Jedes Kind soll Zuflucht finden - Gesamtschülerrat startet Offensive, um Notinseln bekannter zu machen

Der Gesamtschülerrat schickt sich an, zum Schutzpatron der Pforzheimer Kinder zu werden. Das Gremium um seinen Vorsitzenden Lars Bader (18) hat es sich zur Aufgabe gemacht, den Bekanntheitsgrad der Notinseln zu steigern – sehr zur Freude und mit Unterstützung des Lions Clubs Pforzheim Johannes Reuchlin. Aktion des Lions Clubs Johannes Reuchlin trifft auf große Resonanz.

Die Stiftung „Hänsel und Gretel“ hat das Projekt vor Jahren ins Leben gerufen und inzwischen bundesweit Mitstreiter gefunden. Der Lions Club setzt es nun in der Region um. Im Ernstfall und bei Notlagen finden Kinder am Wegesrand Zuflucht – wenn sie denn wissen, was das Logo mit den drei erschrocken dreinblickenden Figuren bedeutet. „Wir wollen, dass das möglichst viele Schüler mitkriegen“, beschreibt Lars Bader die Zielsetzung. Gerade die Fünftklässler, die von den umliegenden Gemeinden in die Stadt kommen, wollen der Schülersprecher des Hilda-Gymnasiums und seine Kollegen weiterer Schulen erreichen.

Sie haben eine Notinsel-Arbeitsgruppe gebildet, eine Präsentation erarbeitet und legen sich nun vor Ort ins Zeug. Mit Infoblättern für Eltern und Schüler, die der Lions Club bereitstellt, wird zunächst in den einzelnen Klassen Aufklärungsarbeit geleistet. Künftig soll es zentrale Informationsveranstaltungen in der Aula geben. Wie Bader berichtet, könnte es auch Rundgänge geben, um den Kindern direkt an ihrem Schulweg gelegene Zufluchtsorte zu zeigen. Vor Gewalt und Gefahr sollen sich Kinder in Sicherheit bringen können. „Es muss nicht immer der schlimmste Fall sein“, sagt Bader. So könne sich auch ein Kind an hilfsbereite Erwachsene wenden, das sich verlaufen, das Handy nicht dabei oder einfach ein Wehwehchen habe.

Bald 300 Schutzräume

Wie berichtet, beteiligen sich neben Familienzentren und kommunalen Einrichtungen viele private Unterstützer – Bäckereien und Metzgereien etwa, aber auch Apotheken, Friseursalons, Wirtshäuser oder Praxen. Immer länger wird die Liste der Partner, die im Internet einzusehen ist. Thomas Müller ist begeistert, auch wenn sein Arbeitsaufwand dadurch stetig steigt. Er koordiniert für die Lions das Notinsel-Projekt in der Region, das im Sommer vergangenen Jahres mit etwa 200 Anlaufstellen an den Start gegangen ist. Inzwischen, berichtet der Koordinator im PZ-Gespräch, gebe es in Pforzheim und im Enzkreis bereits 250 Notinseln, weitere Geschäftsleute hätten Interesse signalisiert. Rund 30 Schutzräume kämen in Bad Wildbad und Calmbach hinzu, auch in Mühlacker soll das Angebot ausgebaut werden.

Müller ist guter Dinge, zum Jahreswechsel die Marke von 300 Notinseln anzuvisieren. Möglichst weit gespannt und dicht soll das Netz der Helfer sein. Bedingung für Teilnehmer ist, dass ihre Türen tagsüber offenstehen und ihr Ladenlokal über einen barrierefreien Zugang verfügt.

Dass sich nun junge Leute direkt an den Schulen für Kinder einsetzen und das Angebot bewerben, freut Thomas Müller, „Es ist wichtig, dass das auch von innen kommt“, sagt er: „Der Gesamtschülerrat ist da sehr pfiffig.“ Wie nötig Notinseln sind, zeigen erste Erfahrungen. „Es sind Fälle aufgetreten“, weiß Müller. Warum und wie häufig Kinder Schutzräume in Anspruch nehmen mussten, soll alsbald eine Erhebung aufzeigen.

www.notinsel.de/pforzheim