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Jetzt wird eben auf Schnee gefahren. Räumen? Streuen? An Heiligabend war der Schnee letztlich stärker als die Bemühungen der Stadtverwaltung. Am ersten Weihnachtsfeiertag fuhren die wenigen Autos wie hier auf der sonst pausenlos befahrenen Kreuzung Berliner/Goethestraße/Westliche in Pforzheim auf einer geschlossenen Schneedecke. © Kurtz
Schneeräumer im Dauereinsatz: Wegschieben, streuen, wegschieben, streuen - Schneeräumfahrzeuge waren an Heiligabend im Dauereinsatz. © TV-BW
Noch fließt der Verkehr auf der A8 hier beim Nöttinger Hang, doch wenn es Blitzeis geben sollte, könnte es damit vorbei sein.  © TV-BW
24.12.2010

Jetzt wird auf Schnee gefahren - Straßen nur teilweise geräumt

Der Schnee hat die Stadt fest im Griff. Busse fahren am Samstagmorgen nur vereinzelt in Pforzheim und geräumt sind nur die wichtigsten Hauptstraßen. Selbst auf der viel befahrenen Kreuzung der Berliner mit der Goethestraße und der Westlichen - hierüber laufen der Verkehr von der A8 in Richtung Nordschwarzwald und die größte städtische Buslinie - liegt eine geschlossene Schneedecke. Nebenstraßen sind kaum befahrbar, wenn auch seit 9.56 Uhr die Unwetterwarnung für die Region aufgehoben wurde, wie die Feuerwehr in Pforzheim berichtet.  

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Es werde für die nächsten Stunden deutlich weniger Schneefall erwartet, dennoch seien alle Räumfahrzeuge rund um die Uhr im Einsatz. Alle verfügbaren Mitarbeiter seien mobilisiert worden, insgesamt würde bereits am Limit gearbeitet. Doch wenn der Schnee pausenlos fällt ...

Trotz kritischer Wetterlage, sei die Nacht weitgehend ruhig verlaufen, heißt es bei der Feuerwehr Pforzheim. Dank der Feiertage war nur wenig Verkehr auf den Straßen.

Am Heiligen Abend war es trotzdem zu vielen Blechschäden gekommen, die sich bis 19.30 Uhr laut der Pforzheimer Polizei auf einen Gesamtblechschaden in Höhe von fast 160.000 Euro beliefen. Das alles nur wegen witterungsbedingter Unfälle, die der Polizei gemeldet wurden. Die zuweilen recht teuren Ausrutscher in den Graben und die Kratzer im Lack beim Vorbeirutschen tauchen in dieser Bilanz noch gar nicht auf. Ebenso wenig wie der unfreiwillige Abendausflug eines Lastwagens von der A8 in die Bäume beim Hang an der Klostertalbrücke. Zwar wurde niemand verletzt, aber die Feuerwehr musste sich um auslaufenden Diesel kümmern und rund 600 bis 800 Liter abpumpen. Zum Stau kam es glücklicherweise nicht, da nur eine Fahrbahn zur Bergung gesperrt werden musste und nur wenige Autos auf der A 8 in Richtung Karlsbad unterwegs waren.

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Es hätte alles auch viel schlimmer kommen können. Für Pforzheim und den Enzkreis hatte der Deutsche Wetterdienst eine bis Samstagvormittag geltende Unwetterwarnung herausgegeben. Straßen könnten stellenweise unpassierbar sein und Bäume unter der Schneelast zusammenbrechen könnten. Innerhalb von 24 Stunden sollten zwischen 20 und 45 Zentimeter Neuschnee fallen. Das alles inklusive möglichen Schneeverwehungen oder dem gefährlichen Blitzeis.

Bis 19.30 Uhr gab es aber in Pforzheim, im Enzkreis und auf der Autobahn außer kleineren Unfällen mit Blechschäden und nur einer leicht verletzten Person in Pforzheim keine schweren Unfälle. Auch die Feuerwehr musste sich tagsüber nur aufs Absägen von Bäumen konzentrieren, die wegen der Schneelast zu brechen oder umzustürzen drohten.

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Erst am Abend zur besten Fernsehzeit war nicht die Motorsäge, sondern die Pumpe gefragt. Ein Lastwagen war von Pforzheim-West in Richtung Karlsruhe fahrend bei der Klostertalbrücke von der Strecke abgekommen und in den Hang gefahren. Dort stand er quasi mitten im Wald mit abgeknicktem Führerhaus. Der Fahrer konnte sich unverletzt selbstständig retten, nur rund 900 Liter Diesel musste die Feuerwehr abpumpen, bevor der Lastwagen zur Bergung freigegeben werden konnte. Der rechte Fahrstreifen musste kurze Zeit gesperrt werden, was jedoch nicht weiter auffiel, da sich an Heiligabend der Verkehr auf der A8 in Grenzen hielt.

Ob es daran lag, dass die A8 zwischen Karlsruhe und Stuttgart an Heiligabend zumindest tagsüber am schwersten von den Schneemassen betroffen war? Am Mittag musste die Autobahn um Karlsbad wegen mehrerer liegengebliebener Fahrzeuge für kurze Zeit voll gesperrt werden. Bis zum Mittag gab es im Bereich der Pforzheimer Autobahnpolizei drei Unfälle, bei denen Autofahrer zu schnell unterwegs waren und ins Schleudern gerieten. Es blieb bei Blechschäden in Höhe von 12.500 Euro. Kaum hatte die zweite Tageshälfte begonnen gab es nur noch einen Unfall mit Blechschaden – aber der liegt mit geschätzten 40.000 Euro im oberen Bereich.

Im Pforzheimer Stadtgebiet hatte es bis zum Mittag keinen Schneeunfall gegeben, im Enzkreis aber schon drei (Sachschaden 11.500 Euro). Dann aber krachte es im Stadtgebiet bis 19.30 Uhr gleich zehn Mal, wobei es einen Leichtverletzten gab. 70.000 Euro Sachschaden kamen hierbei zusammen. Im Enzkreis fährt man zwar nicht vorsichtiger, aber sparsamer: Elf Unfälle von mittags bis 19.30 Uhr und das für gerade einmal 22.000 Euro Sachschaden.

 

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