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Im Jugendgemeinderat hat Vorsitzende Patricia Pfisterer (Mitte) bei der Montagssitzung Maike Popp und Patrick Gramalla als neue Mitglieder begrüßt. Foto: Seibel
Im Jugendgemeinderat hat Vorsitzende Patricia Pfisterer (Mitte) bei der Montagssitzung Maike Popp und Patrick Gramalla als neue Mitglieder begrüßt. Foto: Seibel
29.09.2014

Jugendgemeinderat in Spendierlaune

Ihre Arbeit sollte der Stadt etwas wert sein, das haben die Mitglieder des Jugendgemeinderats bei einem Workshop im Juni beschlossen und der Verwaltung ein Modell der Entschädigung ihrer ehrenamtlichen Tätigkeit vorgelegt. Angemessen, befand man im Rathaus, und so erhalten die 20 Mitglieder des Gremiums rückwirkend seit ihrer konstituierenden Sitzung Ende März Geld für ihren Einsatz in der Kommunalpolitik.

Eine Pauschale in Höhe von 40 Euro monatlich sowie je 15 Euro für die Teilnahme an Sitzungen des Jugendgemeinderats sowie als beratendes Mitglied oder Sitzungsvertreter im Gemeinderat oder in Ausschüssen. 7,50 Euro bekommen die Jugendlichen für die Teilnahme an einer Arbeitsgruppe, die im Jugendgemeinderat per Beschluss eingerichtet wurde. Zudem können sie einen Anspruch on Höhe von 12 Euro pro angebrochener Sitzungsstunde geltend machen, sollten ihnen in dieser Zeit durch die Pflege von Kindern oder Angehörigen im gleichen Haushalt regelmäßig Nachteile entstehen.

Doch nicht nur der eigene Geldbeutel soll sich über den regelmäßigen Verdienst freuen – auch der Stadt soll dieses Geld zugute kommen, haben die Räte beschlossen. „Jeder von uns wird jeden Monat zehn Euro von seinem Geld abgeben, das wie zusammenlegen und monatlich an eine andere Einrichtung in Pforzheim spenden“, sagte Vorsitzende Patricia Pfisterer in der Sitzung.

Räte schlecht vorbereitet

Ob sie sich an dieser Spendenaktion beteiligen möchten, können Maike Popp und Patrick Gramalla noch in den kommenden Tagen entscheiden. Die beiden haben am Montag zum ersten Mal an einer Sitzung teilgenommen. Sie waren nachgerückt, nachdem Cihat Balci und Nathaly Wild das Gremium aus schulischen und beruflichen Gründen verlassen hatten.

Dass die Mitgliedschaft im Jugendgemeinderat auch Arbeit bedeutet, werden die beiden Neuzugänge bald merken. „Durch den Schulanfangsstress konnten einige die Beilage nicht lesen“, entschuldigte sich Pfisterer. Damit die Jugendlichen eine Ahnung davon bekamen, worüber sie gleich abstimmen sollten, erklärte sich Katharina Pfotenhauer, Projektleiterin des Masterplans und Beauftragte für Bürgerbeteiligung, bereit, den Jugendlichen die Grundzüge der Themen- und Projektvorschau noch einmal zu erläutern. Auch bei der Abstimmung über den Antrag des ökumenischen Trägerverbunds Erziehungsberatungsstelle herrschte kurzzeitig Verwirrung. Die Verwaltung hatte zugestimmt, die Eigenbeteiligung der Einrichtung ab 2015 auf 16.700 Euro jährlich festzuschreiben, deren Umzugskosten ins Melanchthonhaus zu tragen und einen Zuschuss für Miet- und Nebenkosten in Höhe von 12.480 Euro jährlich zu gewähren.

Die Träger wünschten sich zudem eine zusätzliche Stelle. Dies lehnte sie Verwaltung ab, der Jugendhilfeausschuss sprach sich mehrheitlich dafür aus. Die Jugendgemeinderäte schlossen sich diesem Antrag an.