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Bei der Premiere gehen sämtliche Hände nach oben: Einstimmig fiel der allererste Beschluss der Räte zur Geschäftsordnung.
Bei der Premiere gehen sämtliche Hände nach oben: Einstimmig fiel der allererste Beschluss der Räte zur Geschäftsordnung.
Souveräne Sitzungsleiter: PatriciaPfisterer und Niklas Finger.Seibel
Souveräne Sitzungsleiter: PatriciaPfisterer und Niklas Finger.Seibel
07.05.2014

Jugendgemeinderat legt gleich richtig los

Statt Schlips und Kragen tragen sie T-Shirts und Kapuzenpullis. Doch geht es um die Sache, unterscheiden sie sich wenig von Pforzheims Polit-Größen. Souverän meisterten die Jugendgemeinderäte – allen voran die Präsidiumsvorsitzende Patricia Pfisterer – gestern ihre erste, einstündige Arbeitssitzung und absolvierten wie die Großen beides: Pflicht und Kür. Letzte Statuten zur Satzung wurden festgezurrt. Doch das neue Gremium setzte sich zugleich hehre Ziele, die nun Arbeitsgruppen realisieren sollen.

Eine Gruppe soll einen Schüler-Wettbewerb initiieren, um ein laut Pfisterer „tolleres“ Logo für den Jugendgemeinderat zu kreieren. Eine weitere Gruppe wird darüber entscheiden, für welchen guten Zweck bald Geld fließen soll – das Gremium will einen Teil des ihm zur Verfügung stehenden Budgets spenden. Die dritte Gruppierung möchte Möglichkeiten ausloten, um Jugendliche ab 16 Jahren zum Urnengang am 25. Mai zu motivieren. Die Kommunalwahl biete „eine Super-Chance, sich zu engagieren“, so Pfisterer. Ihr Ratskollege Esad Esmer regte an, sich an einem gemeinsamen Aufruf zu beteiligen, den die Jugendverbände der Parteien planten.

Die in einem Workshop für Jugendliche im vergangenen Jahr im CongressCentrum gesammelten Ideen sehe das Gremium als Auftrag, stellte Konstantin Potje heraus. Im Fokus stehen die Themenfelder Schulen, Freizeit, Sicherheitsgefühl, Stadtgestaltung, Verkehr und das Zusammenführen der Kulturen. Konkrete Vorschläge reichen von freiem W-LAN an allen Schulen über einen Stadtführer für Jugendliche, „Plätze zum Chillen“ oder den Erhalt des Hauses der Jugend bis zu Prävention gegen Alkohol- und Drogenmissbrauch, Sauberkeit in Parks und weniger Platznot in Schulbussen.

Auch mit dem Sportentwicklungsplan, den der städtische Sport-Abteilungsleiter Sven Kaiser vorstellte, befassten sich die zwölf Räte – wegen Studienfahrten war das 20 Köpfe zählende Gremium dezimiert. Kernaussagen des Plans, der morgen im Sportausschuss beraten wird und am 20. Mai im Gemeinderat verabschiedet werden soll: Außer bei über 60-Jährigen haben Sportvereine in allen Altersgruppen einen Mitglieder-Schwund. Die Bürger sehen die Stadt als wenig bewegungsfreundlich an und wünschen sich mehr Angebote im Gesundheits- und Freizeitsport. Sportstätten seien in schlechtem Zustand, und es mangele an frei zugänglichen Spielfeldern.

Wer nicht im Verein sei, habe kaum Möglichkeiten, sich sportlich zu betätigen, urteilte Esad Esmer: „Das darf nicht sein, das müssen wir auf jeden Fall ändern.“ Er verwies auf die Türkei, in der es in vielen Parks fest installierte Sportgeräte gebe – auch für Menschen mit Behinderungen. Laut Frank Schmidt von der städtischen Jugendförderung gibt es Ende Juni ein Workshop-Wochenende, bei dem das Gremium seine Ziele konkretisieren wird.