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Diana Wolff
Diana Wolff
Esad Esmer und Patricia Pfisterer haben Seite an Seite gearbeitet.
Esad Esmer und Patricia Pfisterer haben Seite an Seite gearbeitet.
05.02.2016

Jugendgemeinderat steht vor der Wahl

Als Erstes möchte ich die Situation an den Schulen verbessern“, sagte Patricia Pfisterer im Februar 2014, als die Vorsitzende des Jugendgemeinderats (JGR) erfuhr, dass die Mehrheit der 988 Wähler sie zur Stimmenkönigin gemacht hatte. Günstigere kulturelle Angebote, bessere Ausstattung der Jugendhäuser – die Liste der Vorhaben der 20 Jungräte war lang bei ihrem Amtsantritt im April vor zwei Jahren. Nun neigt sich die erste Legislaturperiode des Gremiums dem Ende zu, im Juli soll feststehen, wer für die kommenden zwei Jahre in die Fußstapfen der Pioniere auf dem politischen Parkett treten wird. Zeit, Bilanz zu ziehen.

Investitionen: Der JGR kann über ein jährliches Budget von 35 000 Euro an Steuergeldern innerhalb städtischer Richtlinien verfügen. „Die erste Hälfte des Geldes war verbraucht für Kino- und Radiowerbung, als wir anfingen“, kritisiert Pfisterer. Etwas über 5000 Euro hätten die Räte für die Förderung kleinerer Projekte sowie Werbemittel verwendet. 25 000 sind noch übrig. Ein Teil soll für den nächsten Wahlkampf verwendet werden, der Großteil jedoch für das Schülercafé (die PZ berichtete). Auch in den kommenden Jahren sollen die Räte laut Diana Wolff, Leiterin der Geschäftsstelle des Jugendgemeinderats, über je 35.000 Euro verfügen können.

Schülercafé: Seit Monaten plant eine Projektgruppe das Angebot für 14- bis 17-Jährige an drei Abenden pro Woche – ohne erkennbaren Fortschritt. Diverse Räume wurden besichtigt, fest steht bisher nichts. „Eine Location rückt gerade näher in den Blick – aber es gibt noch andere Interessenten.“ Der Stadtjugendring soll ersten Gesprächen zufolge als Träger fungieren und einen Mitarbeiter stellen, der das Team aus ehrenamtlichen Jungräten begleitet. Für Pfisterer und Ratskollege Esad Esmer steht fest: Auch wenn die sechs Mitglieder der Projektgruppe nicht mehr im JGR sein sollten, werden sie das Projekt weiterführen. Was passiert, wenn das neue Gremium das Café finanziell nicht weiter unterstützen möchte? „Die Überlegung ist, dass der Stadtjugendring dann erst mal Miet- und Personalkosten übernimmt oder man muss Sponsoren suchen“, sagt Pfisterer. „Die Gespräche mit dem Stadtjugendring sind aber noch nicht so weit, dass wir eine Aussage treffen können.“ Pfisterer und Esmer gehen davon aus, dass die nächsten Räte das Café unterstützen werden: „Es war schließlich ein Wunsch aus der Mitte der jugendlichen.“

CDU-Jugend: Sollte Philipp Dörflinger, der Vorsitzende der Jungen Union und ehemaliger Vorsitzender des Pforzheimer Gesamtschülerrats, mit seinem Vorhaben Erfolg haben, die absolute Mehrheit aus seinen Reihen zu stellen, könnte dies das Aus für die Café-Finanzierung bedeuten. Denn Dörflinger sieht den Markt an Cafés und Begegnungsstätten für Jugendliche in Pforzheim als „gesättigt“ an. Zudem spart er nicht mit Kritik an den bisherigen Räten, bemängelt vor allem den Umgang mit dem Budget, hohe Ausgaben für Wahlwerbung und die Einführung von Sitzungsgeld.