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Für die Kinder gibt es im Klingelpark einen Spielplatz, für die Jugendlichen nicht einmal einen Unterstand: Ein Problem, auf das Taylan Yildiz, Konrad Hilligardt, Tobias Schlamp, Patrik Nothelfer und Susanne Busch (von links) aufmerksam machen. Foto: Meyer
Für die Kinder gibt es im Klingelpark einen Spielplatz, für die Jugendlichen nicht einmal einen Unterstand: Ein Problem, auf das Taylan Yildiz, Konrad Hilligardt, Tobias Schlamp, Patrik Nothelfer und Susanne Busch (von links) aufmerksam machen. Foto: Meyer
16.04.2019

Jugendliche sprechen Klartext: Für sie gibt es zu wenig Platz

Pforzheim. Fehlende Sitzbänke, Mülleimer, Unterstände – und vor allem: viel zu wenig Freiraum. Es ist eine lange Liste an Mängeln, die die Jugendlichen in dem Film „Wohin denn? Unser Platz in Pforzheim“ auflisten. Das gemeinsam von der SJR gGmbH und der Beratungsstelle Plan B initiierte Projekt will Sprachrohr für die junge Bevölkerung in den Stadtteilen Ost-, Nord- und Innenstadt sowie dem Haidach sein und den Finger in die Wunde legen.

Taylan Yildiz ist in der Nordstadt aufgewachsen. „Wir waren immer draußen“, erinnert sich der 19-Jährige, der inzwischen in den Westen Pforzheims gezogen ist. Direkt nach der Schule hätten seine Freunde geklingelt, ihr Ziel war meistens der Sportplatz neben der Nordstadtschule, wo sie eine Runde kickten. Doch es war nicht nur der Spaß am Fußball, der Yildiz nach draußen zog. „Ich habe da viele Leute kennengelernt, die mir geholfen haben. Daheim hatte ich diese Hilfe nicht“, erklärt der junge Mann.

Das war früher. Zwar komme er immer noch regelmäßig in die Nordstadt. Doch das Klima sei feindseliger geworden, die Plätze, die er und seine Freunde früher besuchten, hätten sich verändert – und zwar negativ. Fehlende Sitzbänke und Mülleimer, der Mangel an Unterständen: Die Liste an Problemen ist lang.

Das sieht nicht nur Yildiz so, sondern alle Jugendlichen, die sich an dem Filmprojekt „Wohin denn? Unser Platz in Pforzheim“ des Arbeitskreises (AK) Freiflächen der mobilen Jugendarbeit der SJR Betriebs gGmbH und der Beratungsstelle Plan B beteiligt haben. So sind in den vergangenen Monaten vier professionell produzierte Clips entstanden, die die Stadtteile Nord-, Innen- und Oststadt sowie den Haidach genauer unter die Lupe nehmen – und zwar aus Sicht der Jugendlichen, die dort leben. Gefördert wird das Projekt, das sich über zwei Jahre erstreckt, mit rund 3000 Euro von der Landesgemeinschaft Mobile Jugendarbeit/Streetwork Baden-Württemberg und dem Ministerium für Soziales und Integration. „In den ersten Filmen geht es um den Ist-Zustand. In den nächsten soll es um die Veränderungen gehen“, erklärt Tobias Schlamp von der mobilen Jugendarbeit Nord.

Denn verändern müsse sich etwas. „Durch diese Mängel empfinden sich Jugendliche als nicht wertgeschätzt und als unerwünschter Störfaktor“, erklären die Mitglieder des AK Freiflächen. Mit den Filmen soll ihnen Gehör verschafft werden. Geplant ist unter anderem, sie den Gemeinderäten vorzuführen.

Die Filme gibt es im Internet unter pzlink.de/6h8

Mehr über das Filmprojekt lesen Sie am Mittwoch, 17. April, in der „Pforzheimer Zeitung“ oder im E-Paper auf PZ-news oder über die Apps auf iPhone/iPad und Android-Smartphones/Tablet-PCs.