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18.08.2009

Jugendliche zerstören Zelte einer Kinderspielstadt

PFORZHEIM. Sie sind nicht viel älter als die 120 sechs- bis zwölfjährigen Kinder, die bei der Stadtranderholung auf dem Sonnenhof spielen. Und sie waren selbst einmal Teilnehmer dieser Ferienbetreuungsaktion. Umso unverständlicher daher für Sabine Jost vom Diakonischen Werk Pforzheim-Stadt, dass die drei jungen Spielverderber am Montagmorgen mehrere Großzelte auf dem Freigelände neben der Sonnenhofschule mutwillig zerstört haben.

Die mit der dreiwöchigen Stadtranderholung betreute Fachbereichsleiterin im Diakonischen Werk kennt zumindest zwei der Jugendlichen von früher - und sie weiß, dass sie im Sonnenhof für ihr auffälliges Verhalten bekannt sind. Das bestätigt auch Polizeisprecher Wolfgang Schick: Die sehr schnell ermittelten 15- bis 17-jährigen Tatverdächtigen tauchen nicht zum ersten Mal in Polizeiprotokollen auf.

Am Montag zwischen 8 und 9 Uhr seien die drei Jugendlichen auf vier großen Zelten der Kinderspielstadt des Diakonischen Werks herumgetobt. Die Folge: Zerbrochene Stangen und große Risse in den Wänden der Zelte, die, so Kinderbetreuerin Julia Bargholz, dem Stadtjugendring Pforzheim gehören würden und mit einem Wert von jeweils 5000 Euro versichert seien. Der Sachschaden dürfte schon weit jenseits der Taschengeld-Grenze liegen, aber noch schwerer scheint die Tat selbst zu wiegen. "Meine sechsjährige Tochter war etwas verstört. Der Vorfall hat sie beschäftigt", sagte der Vater eines Mädchens, das zum ersten Mal an der Stadtranderholung teilnimmt, zu PZ-news. Einige Kinder, so Betreuerin Franziska Schmidt, hätten von weitem gesehen, wie das Vandalen-Trio auf den Zelten herumgesprungen sei.

Die pädagogische Mitarbeiterin Susanne Engler kann nicht verstehen, warum die jugendlichen Übeltäter "am hellichten Tag" ihr zerstörerisches Werk begangen hätten. Sie habe sich Sorgen gemacht, dass eventuell in der Nacht oder übers Wochenende etwas in der Zeltspielstadt passieren könnte, "aber die haben es fast darauf angelegt, geschnappt zu werden", sagt Susanne Engler. Über die Motive kann sich keiner der von PZ-news Befragten einen Reim machen.

Demnächst aber werden die drei 15- und 17-Jährigen dazu etwas Konkreteres sagen müssen - vor Gericht nämlich. Sie erhalten eine Anzeige wegen Sachbeschädigung und müssen wegen Schadenersatzforderungen auch mit zivilrechtlichen Maßnahmen rechnen. Auch wenn das Trio polizeibekannt sei, könne man doch nicht von einem Jugend-Brennpunkt auf dem Sonnenhof reden, sagte Polizeisprecher Wolfgang Schick zu PZ-news. Die Fallzahlen seien rückläufig, Platzverweise und Aufenthaltsverbote hätten Wirkung gezeigt. Inzwischen sei "Ruhe auf dem Sonnenhof eingekehrt".