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03.03.2009

Jugendlichen geht ein Licht auf - "Jugend forscht" im VolksbankHaus

PFORZHEIM. 26 Projekte haben die jungen Erfinder am Dienstag im VolksbankHaus vorgestellt. Sieben davon haben sich für den Landeswettbewerb qualifiziert. Außerdem wurden zahlreiche Sonderpreise verliehen.

Rund 60 Zentimeter Höhe hat Daniel Heid schon geschafft. Jetzt ist ihm allerdings die Cola ausgegangen, was die Jury-Mitglieder, die gerade an seinem Stand stehen, etwas schade finden. Gerne hätten sie die Fontäne gesehen, die ein in Cola geworfenes „Mentos“-Bonbon auslöst.
Daniel ist einer von rund 50 jungen Erfindern, die im VolksbankHaus ihre 26 „Jugend forscht“-Projekte vorstellen. Zum ersten Mal wird für die Region Mittelbaden/Enz ein eigener Wettbewerb ausgerichtet.

Teilnehmen dürfen die 15- bis 21-Jährigen, für jüngere Tüftler gibt es die Aktion „Schüler experimentieren“. „In dieser Region hat bisher ein Sponsor gefehlt“, erklärt Wettbewerbsleiter Andreas Enderle. Die Patenschaft dafür hat nun die Unternehmensgruppe „FELSS“ aus Königsbach-Stein übernommen.

„Wir wollen das Forschen fördern“, sagt Martin Hork, bei „FELSS“ Leiter der Entwicklung. Die Gruppe vergibt auch einen eigenen Sonderpreis für Ressourcenproduktivität. Die Jugendlichen kommen vor allem von Gymnasien in Neuenbürg, Achern und Karlsruhe. Auch eine Gruppe aus Mühlacker ist da.

Nur Pforzheim selbst stellt keinen Jung-Erfinder. Laut Enderle müssen hier erst Netzwerke zwischen Schulen und Wirtschaft gestrickt werden. „Die Schüler müssen Projektideen finden, damit haben die Lehrer oft Schwierigkeiten“, so Enderle.


Um die Mittagszeit lernen die jungen Erfinder das Druckgebäude der PZ kennen, inklusive der großen Rotationsmaschine, mit denen die Zeitung gedruckt wird. Chefredakteur Jürgen Metkemeyer will von den Nachwuchs-Forschern wissen, wer regelmäßig Zeitung liest. Eine Mehrheit hebt die Hand. Wer forschen will, muss offenbar in der Welt Bescheid wissen.

Dreckige Fußballschuhe

Mit ganz praktischen Problemen hat sich in seinem Forschungsprojekt Patrick Rannacher aus Obernhausen beschäftigt. Sein Bruder spielt Fußball und kommt oft mit dreckigen Schuhen nach Hause. „Da hat sich meine Mama drüber beklagt“, erzählt der Zwölfjährige. Vor ihm steht eine Apparatur aus Bürsten, Pumpen und Schläuchen, aus denen Wasser läuft. „Halbautomatische Schuhputzmaschine“ nennt er das. Fußballschuh rein, mit Wasser benetzen und kräftig bürsten. „Daheim putzen wir unsere Schuhe jetzt so“, sagt Patrick. Das gehe schneller und die Schuhe seien anschließend auch sauberer.

Natürlich sind es nicht nur Alltagsprobleme, mit denen sich die jungen Forscher beschäftigen. Eine Gruppe aus Baden-Baden untersucht den Einfluss eines elektrischen Feldes auf lebende Organismen. Am Gymnasium in Mühlacker haben drei Jugendliche eine intelligente Mitarbeiterverwaltung für Ärztehäuser entwickelt. Ein Projekt von einem Gymnasiasten aus Gerlingen soll jetzt sogar zum Patent angemeldet werden. „Das ist ein klasse Projekt“, betont Hork. „Das werden wir weiter begleiten. Der junge Erfinder ist 15 – das ist verblüffend, das ist Wahnsinn.“ Der Jungforscher Benedikt Diehl hat sich damit beschäftigt, wie sich der Betrieb von LEDs im Blick auf Energie und Kosten optimieren lässt.

Unterstützung fortsetzen

Laut Hork ist das FELSS-Engagement bei dem Wettbewerb keine einmalige Sache gewesen. „Wir wollen langfristig Partner sein“, sagt Hork. Und freut sich, dass er auch mal Veranstaltungen entwickeln kann, womit er im Berufsalltag eher wenig zu tun hat. Daniel mit seinen Cola-Flaschen und den „Mentos“-Packungen kann sich unterdessen freuen. Er gehört zu den sechs Regionalsiegern, die in zwei Wochen am Landeswettbewerb in Karlsruhe teilnehmen dürfen. Bis dahin hat der 14-Jährige Zeit, sein Projekt weiter zu verfeinern. Vielleicht schafft er ja noch ein paar Zentimeter.