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Die Darsteller liefern im Kupferdächle eine überzeugende Darstellung. Foto: Seibel

Junge Bühne 31 feiert Premiere ihrer neuesten Produktion „Hercules!“

Pforzheim. So ein Hercules zu sein ist alles andere als ein Spaziergang im Park. Gezeugt vom göttlichen Vater Zeus bei einer irdischen Affäre und gehasst von dessen betrogener Ehefrau Hera, die ihm die Pest und alles andere auch an den Hals wünscht, sind auch auch seine Superkräfte manchmal nur ein schwacher Trost. Und dennoch: Der junge Mann macht sich auf, seinen Heldenmut zu beweisen um den Weg auf den Olymp, den Berg der Götter anzutreten.

„Hercules!“, das neue Stück der Jungen Bühne 31 im Kupferdächle, erzählt von den Wegen und Wirren des Superhelden der Antike aus Sicht von Autoren und Dramatikern wie William Shakespeare, Friedrich Dürrenmatt und Frank Wedekind oder auch Euripides und Sophokles. Selbst die Fantasien Walt Disneys finden den Weg auf die Bühne. Das Stück feierte am Samstag Premiere und das Versprechen war nicht weniger, als die „wirklich wahre Geschichte von Hercules“ zu erzählen.

Der hat es, wie schon erwähnt, alles andere als leicht auf dem erstrebten Weg vom Irdischen in die Welt der Götter. Allerhand Steine sind ihm dabei in den Weg gelegt. Zwar zieht er frohgemut in die Welt hinaus, sich als Held, Abenteurer und Monsterbekämpfer zu beweisen und wird allen Erwartungen bei Duellen mit blutrünstigen Löwen, einer mehrköpfigen Hydra und allen anderen furchteinflößenden Fabelwesen gerecht. Ganz klar unter seiner Würde ist es aber, wie von ihm verlangt wird, einen Stall auszumisten. Schließlich stellt er sich aber auch dieser Aufgabe, löst sie nach Hercules-Art und schippt den Mist kurzerhand ins Meer. Nur, um hernach mit der größten Herausforderung konfrontiert zu sein, dem Höllenhund Cerberus.

Gelungenes Rundum-Paket

Das Bühnenbild ist die meiste Zeit in mystisches Licht getaucht, Blutvergießen und Gemetzel allerorten, so dass selbst die Figuren auf der Bühne, allesamt Vertreter der antiken Mythologie, deprimiert konstatieren: „So viel Mord und Totschlag!“ Zeit für etwas Unbeschwertheit, Zeit für ein bisschen Walt Disney: Musicalspaß wie in Hollywood und bunte Kostüme wie in Bollywood sorgen für vorübergehende Erleichterung. Doch bis zum Happy-End nimmt die Tragödie nochmals Fahrt auf.

Verdienter Applaus für die jungen Schauspieler, die mitreißend in die mehrfach besetzten und verschiedenen Rollen schlüpften, wie etwa Nathalie Sieger und Michelle Matos als Hercules, Eileen Brodbeck als Hades und Megara, Thorsten König als Zeus oder Eurystheus, Sarina Ernst als Hera, Nicole Kremer als Aphrodite oder Amphytrion. Oder aber Ellen Kunze als Ares und Alkmene genauso wie Chiara Smolarek als Hermes und Christiane Winter, ebenso als Hera. Regie führte bei dem Stück, das am 17. und 18. Mai jeweils um 19 Uhr, sowie am Sonntag, 19. Mai, um 15 Uhr im Kupferdächle gespielt wird, Lina Münte.