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Promis gegen Raserei:  TV-Moderatorin Collien Fernandes warb bei einer bundesweiten Plakat-Aktion des Deutschen Verkehrsrats (DVR) für Verantwortungsbewusstsein bei Autofahrern.
Promis gegen Raserei:  TV-Moderatorin Collien Fernandes warb bei einer bundesweiten Plakat-Aktion des Deutschen Verkehrsrats (DVR) für Verantwortungsbewusstsein bei Autofahrern. © DVR
11.11.2010

Junge Fahrer sind gefährlich: "Traue keinem unter 30"

PFORZHEIM/ENZKREIS. Die Jugend ist die größte Gefahrengruppe im Straßenverkehr. Laut Frank Otruba, Pforzheimer Polizeisprecher, haben Fahrer zwischen 18 und 24 Jahren 2009 ein Drittel der tödlichen Unfällen in der Region verursacht. „Bei drei der Unfälle war überhöhte Geschwindigkeit ursächlich.“

Ferner habe die Hälfte aller Unfallverursacher zwischen 18 und 24 unter Einfluss von Betäubungsmitteln gestanden. Der tödliche Unfall zwischen Heimsheim und Friolzheim im September war das jüngste Beispiel für jugendlichen Leichtsinn auf der Straße. Betrunken am Steuer saß dabei ein 17-jähriger Neuhausener ohne Führerschein. „Das bewegt die Gemeinde bis heute“, sagt Neuhausens Bürgermeister Oliver Korz.

Laut einer Statistik des Auto Clubs Europa gibt es in Baden-Württemberg deutlich mehr schwere Autounfälle von Rasern als im Bundesdurchschnitt. Oft sind solche rasenden Unfallverursacher jung und männlich. Warum das so ist? Der Esslinger Verkehrspsychologe Bernd Rothenberger erklärt es PZ-Redaktionsmitglied Ronny Thurow im PZ-Interview, das Sie in seiner ganzen Länge in der Freitagsausgabe der "Pforzheimer Zeitung" lesen können.

Warum gibt es so viele junge Raser? Für Rothenberger steht fest: "Weil das Risiko gesellschaftlich eher den jungen Männer zugeordnet wird, um unsere Kultur zu entwickeln und weiterzuentwickeln – und weil sie motiviert sind, das anzunehmen."

Aber mit dem Alter kommt nicht unbedingt die Weisheit, denn, so Rothenberger: "Es gibt auch ältere Männer, die mit der Gewalt und den Gefahren im Straßenverkehr genauso wenig intelligent umgehen können wie die jungen Männer. Man kann aber zeigen, dass es ganze zehn Jahre des Erwachsenenalters und mehr dauert, bis man ein guter Autofahrer wird. Man kann also die alte Sponti-Regel umdrehen: Traue keinem unter 30 – auch im Straßenverkehr."

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