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Symbolbild: dpa
Symbolbild: dpa
20.06.2017

Junge Männer müssen sich wegen Schlägerei verantworten

Pforzheim. Auf dem Weg vom Club „Ozon“ in Richtung „Como“ traf Nico M. (Name geändert) am frühen Morgen des 15. Juli 2016 auf eine Gruppe angetrunkener Jugendlicher. Wenige Sekunden später verlor der 24-jährige Soldat das Bewusstsein und kann sich bis zu seinem Erwachen im Krankenwagen an nichts mehr erinnern. Jedoch erlitt er Gesichtsprellungen, Hämatome und eine leichte Gehirnerschütterung, die ihn eine Woche lang arbeitsunfähig machten.

Ein knappes Jahr später stehen zwei mutmaßliche Täter vor dem Jugendschöffengericht in Pforzheim, die die Staatsanwaltschaft der gefährlichen Körperverletzung anklagt. Die beiden arbeitslosen Deutschen im Alter von 20 und 22 Jahren trafen sich am 15. Juli mit Freunden im Schlosspark zum Wodkatrinken. Der ältere Tobias G. (Name geändert) ging nach eigenen Angaben mit dem in einem separaten Gerichtsverfahren angeklagten Justin R. (Name geändert) zum Kiosk, um mehr Alkohol zu besorgen. Vor der Unterführung kam es dann zur folgenschweren Begegnung. Laut Tobias G. sprach Justin R. den jungen Soldaten und seine Begleiter an und wurde in eine Auseinandersetzung verwickelt, während er selbst abseits stand.

Erst als Nico M. nach einem Faustschlag am Boden lag, habe er seinen Freund Justin mit einem Hechtsprung vor einem Tritt eines Mitmischers bewahrt und ihn von dem Geschädigten weggezogen. Der zweite Angeklagte gibt hingegen an, erst zu diesem Zeitpunkt am Tatort angelangt zu sein. Er könne sich nur schlecht an die Ereignisse erinnern.

Auch die zahlreichen Zeugenaussagen machen die Rekonstruktion der Situation nicht leicht. Viele Erinnerungen sind im Laufe der Zeit unscharf geworden. Von der Polizei aufgenommene Aussagen können zum Teil nicht bestätigt und die handelnden Personen nicht zuverlässig identifiziert werden. Nicos Begleiter, ein 23-jähriger Soldat und ein 27-Jähriger waren durch einen Zigarettenkauf beziehungsweise ein Gespräch abgelenkt, als Nico M. zu Boden ging. Beide sahen anschließend jedoch mehrere Personen auf ihren Freund eintreten und einschlagen. Der 23-Jährige mischte sich daraufhin ein und erlitt dabei eine Kopfplatzwunde durch den Schlag mit einer Flasche.

Zwei Studenten griffen schließlich ein und alarmierten die Polizei. Dank ihrer Erinnerung an den gestreiften Pullover einer der Täter sowie der Namensangabe durch eine weibliche Beteiligte konnten die drei Angeklagten festgenommen werden, obwohl sie zunächst die Flucht ergriffen. Der Prozess wird fortgesetzt.