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Auch rund um die Bahngleise machten die Jugendlichen sauber. Foto: Meyer
Auch rund um die Bahngleise machten die Jugendlichen sauber. Foto: Meyer
06.09.2017

Junge Straffällige räumen auf: Putzete rund um Abschiebehaftanstalt

Pforzheim. Hundekot, Bierflaschen oder Sperrmüll: Neun junge Frauen und elf junge Männer haben am Mittwoch gemeinsam mit Ehrenamtlichen jede Menge Unrat aus Büschen und Sträuchern gezogen und von der Straße aufgelesen. In der Aktion von „Pforzheim mitgestalten“ und dem Haus des Jugendrechts säuberten die 20 Jugendlichen die Umgebung der Abschiebehaftanstalt und schnitten dort das dichte Gestrüpp an den Bahngleisen zurück.

Alle jungen Leute waren in der Vergangenheit mit dem Gesetz in Konflikt geraten, hatten vom Gericht gemeinnützige Arbeitsstunden als Auflage erhalten – wegen Schwarzfahrens, Körperverletzung, Diebstahls, Schulschwänzens oder Drogendelikten.

Polizeihauptkommissar Volker Weingardt vom Haus des Jugendrechts weiß um den erzieherischen Effekt der Maßnahme, mit der gleichzeitig so viel wie möglich für die Allgemeinheit getan werden soll. „Wenn man einen ganzen Tag lang körperlich arbeitet, überlegt man sich, rückfällig zu werden“, sagt er. Auch dass das ehemalige Jugendgefängnis heute Abschiebe-Einrichtung sei, tue der abschreckenden Wirkung keinen Abbruch. „Das ist für die Jugendlichen einfach ein Gefängnis, und sie wissen: Dort lande ich, wenn ich wieder etwas verbocke“, sagt er. Abgesehen von einigen Hartgesottenen würden die meisten dieser Jugendlichen nicht mehr straffällig. Auch weil sie für harte Arbeit Lob erhielten.

Der zweite Vorstand von „Pforzheim mitgestalten“, mahnte jedoch auch zu mehr Verantwortung der Anwohner und der Kommune: „Man kann nicht erwarten, dass man alles gemacht bekommt.“ Ebenfalls war das Anti-Graffiti-Mobil in der Oststadt unterwegs.