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Hilda-Gymnasium

Ein elfjähriger Junge ist am Freitagmorgen - direkt vor dem Hilda-Gymnasium - von einem Audi-Fahrer angefahren worden. © dpa
Ein Schüler ist direkt vor dem Hilda-Gymnasium angefahren worden. © Münderlein
27.09.2013

Junge vor Hilda angefahren: Schulleitung äußert sich

Pforzheim. Ein elfjähriger Junge ist am Freitagmorgen um 9.35 Uhr in der Kiehnlestraße - direkt vor dem Hilda-Gymnasium - von einem Audi-Fahrer angefahren worden. Drei Schüler hatten im Schulhof des Hilda-Gymnasiums mit einem Softball gespielt, der ihnen dann auf die Straße und schließlich unter ein Auto auf der gegenüberliegenden Straßenseite rollte, wie Polizeisprecher Frank Otruba mitteilte.

Der Junge rannte dem Ball hinterher, holte ihn unter dem Auto vor und wollte wieder zurück zu seinen Freunden laufen. Dabei rannte er ohne zu Schauen über die Straße und wurde von dem mit angemessener Geschwindigkeit fahrenden Audi erfasst, der von der Poststraße nach links in die Kiehnlestraße gebogen war. Der Elfjährige erlitt bei dem Unfall Fußverletzungen. Passanten sowie der am Unfall beteiligte 48-jährige Fahrer leisteten unmittelbar nach dem Aufprall Erste Hilfe, bis der Siebtklässler vom Krankenwagen ins Krankenhaus gebracht wurde.

Die Schulleitung habe sofort reagiert, mit den Beteiligten Gespräche geführt und eine Konferenz einberufen. „Wir gehen natürlich nicht einfach zur Tagesordnung über“, sagte der stellvertretende Schulleiter Reiner Raupp. Das Thema werde die Schulleitung in den nächsten Wochen noch beschäftigen. „Wir werden die Situation in den Pausen beobachten und dann Maßnahmen diskutieren, die einen solchen Vorfall zukünftig verhindern können.“

Hier überlege man zum Beispiel, ob man generell das Ballspielen auf den Pausenhöfen verbieten solle. Das stehe aber wieder im Widerspruch damit, dass Kinder sich in den Pausen erholen sollten und Sport hier dazu gehört. „Da muss man oft abwägen, ob so ein Verbot wirklich Sinn macht.“

Laut Hausordnung des Gymnasiums dürfen die Schüler innerhalb der Schulzeit das Gelände nicht verlassen, der Junge hätte also eigentlich gar nicht auf die Straße rennen dürfen, erklärt der stellvertretende Schulleiter Reiner Raupp. Doch weil Kinder eben Kinder sind, könne man hier natürlich keinen Vorwurf machen. Das Unglück geschah kurz nach dem Läuten, die drei Schüler hätten sich wohl bereits auf den Weg zurück ins Klassenzimmer begeben müssen. Eine Pausenaufsicht habe es selbstverständlich gegeben, erklärt Raupp, die treffe jedoch keine Schuld. Man müsse nun vor allem mit den Kindern in Dialog gehen und ihnen nochmal erklären, das Schulgelände nicht zu verlassen.

Obwohl der Audi-Fahrer in der Tempo-30-Zone nicht zu schnell unterwegs war, wurden Stimmen laut, man könne – wie an vielen anderen Schulen und Kindergärten – vor der Schule Warnschilder aufstellen. Die gibt es dort bis heute nicht. Warum das so ist, konnte am Freitagnachmittag nicht mehr in Erfahrung gebracht werden.

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