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Die „Dorlacher Schlumple und Auguste“ heizten mit lauter Faschingsmusik den Besuchern der Prunksitzung im CongressCentrum ein.  Jähne
Die „Dorlacher Schlumple und Auguste“ heizten mit lauter Faschingsmusik den Besuchern der Prunksitzung im CongressCentrum ein. Jähne
24.01.2016

KGHO zeigt im CCP alle Facetten der Fasnet

Viele meinen, dass eine bunte Vielfalt der Stadt Pforzheim gut zu Gesicht stünde. Bunt und vielfältig ging es auch bei der Prunksitzung der Karneval-Gesellschaft „Hochburg 1972“ Pforzheim e. V. (kurz: KGHO) von statten, die am Samstagabend einen vierstündigen Marathonlauf in Sachen Fasnetsprogramm präsentierten.

Rund 250 Besucher hatten sich im CongressCentrum versammelt, wobei der Startschuss pünktlich und zunftgemäß um 20:11 Uhr abgefeuert wurde: Dann fegte der tanzende Drei-Käse-Hoch Mia Winterstein übers Parkett, um als Funkenmariechen mit ihren flinken Beinen einen quirligen Auftakt hinzulegen. Wie bei jedem ordentlichen Karnevalsprogramm gaben sich auch heute Tanz und Comedy die Klinke in die Hand: Insgesamt drei Büttenredner hatte die KGHO vor Ort, wobei die Markgräfin Magdalena zu Baden (alias Bettina Heidrich-Heller von den Hottscheckhexen Grötzingen) den Anfang machte: Stilecht im barocken Kostüm wurde Historisches wie Modernes „aus Kallsruh´“ mit Humor aufbereitet – ganz egal, ob es dabei um das Karlsruher Stadtjubiläum oder den Bau der dortigen Stadtbahn ging. 40 Jahre Bühnenerfahrung kann hingegen KGHO-Eigengewächs Ingrid Judt vorweisen, die weniger grazil, wohl aber im übergewichtigen Hausfrauen-Look mit Perücke, aufgepushtem Busen und lustig-prolligen Pantoffeln erschien. Aus dem Andrea-Berg-Hit „Du hast mich tausendmal belogen“ wurde „Ich hab mich tausendmal gewogen“ gemacht, um darin erneut auf Diäten, Schlankheitswahn und den nächtlichen Gang zum Kühlschrank einzugehen. Hugo Zeller, freier Büttenredner aus Rheinmünster bei Baden-Baden, schilderte so allerhand Problematiken beim gemeinsamen Einkauf mit der Gattin, wobei die simulierte Kopfverletzung inklusive Verband und Blutfleck schon zu eingangs nichts Gutes verlauten ließ.

„Holzbiere“ ein Blickfang

Den absoluten Blickfang in Sachen Showtanz boten die 44 deutschen Meisterinnen der „Holzbiere“ des SVK Knielingen, die während ihres zunächst fast schon surreal anmutenden „Big Brother is watching you“-Auftrittes in silbermetallic-futuristischen Kostümen in eine bunt-märchenhafte Feenchoreografie überwechselten. Was passiert, wenn vier Matrosen auf einer einsamen Insel stranden und von kecken Urwaldmädels in den Kochtopf geworfen werden, zeigte die Goldstadtgarde-KGHO, um die alte Redeweise „Keine Panik auf der Titanic“ zu einer ziemlich leeren Floskel werden zu lassen. Weitere Showbeiträge kamen von den KGHO-Krümeln sowie dem Männerballett der Gesellschaft TITZO aus Ditzingen, die als brasilianische Sambatänzerinnen für ein wenig Karneval in Rio sorgten.

Mit den „Dorlacher Schlumple und Auguste“ sowie den „Gugge Gaiße“ aus Kieselbronn wurden zudem alle Freunde der laut-brachialen Faschingsmucke gut bedient.