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Gab den Takt an: OB Peter Boch. 
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Schaurig-schön: Die vor einem Jahr gegründete Maskengruppe „Die Goldstadt-Rassler“ der KGHO bei ihrem Premierenauftritt. Jürgen Keller 

KGHO zündet Feuerwerk der guten Laune

Die Karnevalsgesellschaft „Hochburg 1972“ (KGHO) versteht es auch nach 30 Jahren Prunk- und Fremdensitzungen, für eine gut besuchte Halle zu sorgen und das Publikum zu begeistern. Mit dreifachem „Pforze Helau“, Stimmungsraketen und einem vierstündigen, abwechslungsreichen und teilweise atemberaubenden Unterhaltungsprogramm weckten die Grün-Weißen im CCP Lust auf Fasching.

Charmant führte das Moderatoren-Duo, Präsident Mario Romeiko und Garde-Trainerin Andrea Leutze, durch das kurzweilige Programm. Sehr geehrt fühlte sich Oberbürgermeister Peter Boch, der von Romeiko und seinem Vize Harald Götz mit Mütze und Orden zum Ehrensenator ernannt wurde. Am Ende herrschte aber bei der KGHO selbst große Freude. Unter dem Motto: „Pforzheims schaurige Rasselbande“ wurde die vor einem Jahr gegründete Maskengruppe „Die Goldstadt-Rassler“ bei ihrem Premierenauftritt gleich auf Anhieb zum Publikumsliebling gewählt. Die 20-köpfige Gruppe, der auch der Präsident und sein Stellvertreter angehören, beeindruckte mit ihrem „Kobold-Tanz“. Ausgestattet waren die „Rassler“ mit einer im Schwarzwald geschnitzten Tier-Larve und einem Häs aus grau-goldenen und schwarzen Lederflecken. Die „Goldstadt-Rassler“ setzten sich mit 40 Stimmen gegenüber 38 für den amtierenden württembergischen Vize-Meister im Paartanz von der GFTB „Die Filderer“ (Gesellschaft zur Förderung von Tanzsport und bodenständigem Brauchtum) durch. Deren außergewöhnliches Doppel-Tanzpaar verlangte mit akrobatischen Einlagen vom närrischen Publikum eine fünffache Stimmungsrakete ab. Eine Augenweide war auch der Auftritt der gemischten Garde von den „Filderern“.

Die Eröffnung der Prunksitzung war aber dem Gardenachwuchs der KGHO, den „Krümeln“, vorbehalten, die sich mit 22 Stimmen Platz drei im Publikumsranking ertanzten. Mit seinem Gardemarsch und dem Schautanz „Flying High“ faszinierte auch der KGHO-Nachwuchs, die „Grün-Weiß-Spatzen“, während die Goldstadtgarde mit ihrem Gardemarsch das Flair des Wilden Westens ins CCP brachte. Als Neon-Stars brillierte die Schautanzgruppe des TV Eutingen, die mit ihren Kostümen Licht ins Dunkel brachte. Die Mauern auf ihre Standfestigkeit prüften ohrenbetäubend die Guggenmusiker der „Noten-Chaoten“ aus Grötzingen, denen die Besucher mit stehenden Ovationen Applaus zollten.

Dass OB Boch musikalisch den Takt angeben kann, stellte der Verwaltungschef zu „The Wanderer“ unter Beweis. Eine Premiere für den OB war es auch, kritische Anmerkungen aus der Bütt über sich ergehen zu lassen: „Wenn du glaubsch, in Pforze geht nix mehr, kommt aus Epfendorf der Boch daher“, war vom Ordensgestalter Marco Nonnenmacher zu hören, der als „Till“ der Stadtpolitik den Spiegel vorhielt und anmerkte, „was wäre Pforze ohne seine Döner-Buden“. Thematisiert wurde auch die Bädersituation, „denn auf dem Wartberg muss eine Überdachung her, da gibt’s dann am Beckenrand auch gleich einen Glühwein-Stand“.

Dazu passte der Auftritt von KGHO-Urgestein Ingrid Judt, die seit über 40 Jahren in der Bütt kein Blatt vor den Mund nimmt: „Wir Frauen dürfen unseren Mann nicht länger unterdrücken. Er bekommt auch’s Recht zum Einkaufen, zum Waschen und zum Kochen und auch das Recht zum Osterputz, das wird ihm zugesprochen.“

Für ebensolche humorvollen Büttenreden bekannt ist auch Günther Dohm, Ehrenpräsident des Elferrats Edelweiss. Für Lacher sorgten beispielsweise Geschichten über den Bibelverkauf oder das ausgefallene Beamten-Grillfest. Die Stimmung brodelte zum Ausklang mit den „Dorlacher Schlumpe und Auguste“, das Duo Werner Schnürle und Frank Ramsayer spielte zum Tanz auf.