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Nur mit Atemschutz war es den Feuerwehrleuten möglich, zum Herd des Kabelschmorbrands im Klinikum Pforzheim vorzudringen. © Tilo keller
Ein Kabeldefekt hat die Stromversorgung des Klinikums unterbrochen und für eine starke Rauchentwicklung gesorgt. Sieben Beatmungspatienten wurden vorsichtshalber verlegt. © Tilo Keller
06.06.2013

Kabelbrand im Klinikum - Beatmungspatienten verlegt

Aufregung im Klinikum Pforzheim. Um 21.53 Uhr schlägt am Mittwochabend die automatische Brandmeldeanlage an. Routinemäßig werden die Einheiten der Berufsfeuerwehr mit dem Einsatzführungsdienst sowie die Abteilungen Haidach und Eutingen der Freiwilligen Feuerwehr in Marsch gesetzt, die im Minutentakt ab 21.59 Uhr an der Kanzlerstrasse mit insgesamt zehn Fahrzeugen und 30 Einsatzkräften eintrafen. Dichter Rauch dringt aus der Elektrohauptverteilung. Notstromaggregate müssen einspringen. Am Ende des Abends werden sieben Beatmungspatienten in andere Krankenhäuser der Region verlegt.

Bildergalerie: Defektes Kabel führt zu Brandalarm im Klinikum

Kurz nach dem Brandalarm lokalisieren Techniker des Klinikums den Schadensort. Sie können daher die Feuerwehr zielgenau einweisen. Auch die Warte der SWP Strom haben durch den massiven Spannungsabfall im Umspannwerk Rennfeld Kenntnis von der Störung und ein Techniker trifft zeitgleich mit der Feuerwehr im Klinikum ein. Nur mit Atemschutz können die Erkundungs- und Löschtrupps in die elektrischen Betriebsräume der total verrauchten Energiehauptversorgung eindringen. Unterdessen ist die Ersatzstromanlage in Betrieb.

Nach rund einer Stunde kann die Schadenstelle entdeckt werden. Eine Hauptzuführungsleitung ist vermutlich durch einen Kurzschluss zerstört worden; im Lichtbogen verschmoren Kabel- und Isolierung und verursachen die Verrauchung. Der Qualm wird mit Entlüftungsgeräten der Feuerwehr so abgeführt, dass keine Räume und Flure außerhalb der elektrischen Betriebsräume in Mitleidenschaft gezogen werden. Trotzdem müssen Feuerwehrleute großräumig im Klinikum nach weiteren Schäden und möglichen Rauchgasverteilungen suchen. Eine akute Gefährdung des Klinikbetriebes kann aber frühzeitig ausgeschlossen werden.

Nach sorgfältiger Analyse der Maßnahmen für die Schadenregulierung scheint eine Störung in der internen Stromverteilung des Klinikums nicht auszuschließen zu sein, weshalb die um 23 Uhr Klinikleitung entscheidet, intensiv-pflichtige Patienten vorsorglich in benachbarte Krankenhäuser zu verlegen. 24 Helfer von Deutschem Roten Kreuz und Arbeitersamariterbund sind ins Klinikum geeilt. Der Rettungsdienst fährt zwei Kinder und fünf Erwachsene ins Klinikum Siloah St. Trudpert, zu den Enzkreis-Kliniken Mühlacker und in andere Kliniken außerhalb des Enzkreises. Hierbei handelt es sich um Patienten, die künstlich beatmet werden müssen. Die Verlegung ist um 1.15 Uhr beendet.

Die Feuerwehr schließt ihre Arbeiten gegen 2 Uhr ab. Die technischen Mitarbeiter des Klinikums und der Stadtwerke Pforzheim reparieren den Schaden noch in der gleichen Nacht und melden gegen 4 Uhr den Normalbetrieb bei der Stromversorgung. Die Polizei hat während des Feuerwehreinsatzes die Kanzlerstraße für den allgemeinen Verkehr gesperrt.

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