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Das Auto der Bankräuber wurde in Pforzheim aufgefunden.
Das Auto der Bankräuber wurde in Pforzheim aufgefunden. © Polizei
14.12.2010

Karlsruher Bankraub: Täter-Pkw in Pforzheim gefunden

PFORZHEIM. Das nunmehr vorliegende Ergebnis der DNA-Analyse belegt nach Angaben der Polizei zweifelsfrei, dass es sich bei den am vergangenen Freitag nach einem bewaffneten Banküberfall am Karlstor in der Karlsruher Innenstadt getöteten Tätern um die seit Jahren gesuchten "Gentlemen-Räuber" handelt. Das Fahrzeug der beiden Räuber wurde in der Pforzheimer Innenstadt gefunden, in der Nähe des Hotels, in dem die beiden abgestiegen waren.

Somit herrscht Gewissheit, dass eine seit 1995 andauernde spektakuläre Serie von nicht weniger als 21 bewaffneten Überfällen auf Banken im nordbadischen und angrenzenden südpfälzischen Raum mit einer Gesamtbeute von über zwei Millionen Euro zu Ende gegangen ist.

Die bei dem Schusswechsel mit den Tätern schwer verletzte 28 Jahre alte Polizeiobermeisterin befindet sich weiter auf dem Weg der Genesung und kann voraussichtlich noch in dieser Woche aus der Klinik entlassen werden.

Inzwischen liegt auch das Ergebnis der beim Institut für Rechtsmedizin der Universitätsklinik Heidelberg durchgeführten Obduktion beider Täter vor. Demzufolge wurde die Täterin von mehreren Schüssen getroffen. Wie bereits mitgeteilt, hatte sich die Frau letztlich mit einem Schuss in den Kopf selbst getötet. Der 40 Jahre alte männliche Täter wurde gleichfalls von mehreren Kugeln getroffen. Ein Schuss in den Brustbereich führte bei dem Mann zum Tode. Nach dem Ergebnis der Spurensicherung wurden von den Tätern mindestens zehn Schüsse abgegeben, die meisten davon stammen aus der Waffe des Mannes. Die inzwischen durchgeführten Zeugenbefragungen haben ergeben, dass das Feuer von Seiten der Täter eröffnet und von den Beamten erwidert wurde. Aufgrund dieses Ermittlungsstandes geht die Staatsanwaltschaft Karlsruhe davon aus, dass der Schusswaffengebrauch durch die Polizei nicht nur gerechtfertigt, sondern im Rahmen der Notwehr auch geboten war.

Dass die Täter offenbar zu allem entschlossen waren, belegt die Tatsache, dass am Körper des 40-Jährigen zwei weitere mit scharfer Munition gefüllte Magazine entdeckt wurden.

Wie berichtet, war das aus Tschechien kommende Täterpaar in einem Hotel in Pforzheim abgestiegen. Dieses Hotel war nach jetzigem Erkenntnisstand zumindest ein weiteres Mal Ausgangspunkt eines in Karlsruhe verübten Banküberfalles. In dem Zimmer der beiden entdeckten die Beamten neben persönlichen Papieren und Urkunden auch die Schlüssel zu einem in der Nähe des Hotels abgestellten Pkw mit tschechischer Zulassung. Es ist davon auszugehen, dass die Räuber mit diesem Fahrzeug nach Deutschland eingereist sind. Von Pforzheim aus war das Paar dann offenbar mit öffentlichen Verkehrsmitteln nach Karlsruhe gefahren.

Das verheiratete Paar war weder in der Bundesrepublik noch in Tschechien kriminalpolizeilich in Erscheinung getreten. Beide lebten unauffällig in einem kleinen Ort im Südwesten der tschechischen Republik. Die in Tschechien ermittelnden Kriminalbeamten aus Karlsruhe entdeckten bei der Hausdurchsuchung unter anderem auch Kleidung, die die Täter wahrscheinlich bei dem Überfall auf eine Bankfiliale in der Karlsruher Heidenstückersiedlung im Juli dieses Jahres getragen hatten. Zum Verbleib des bei den Überfällen erbeuteten Bargeldes gibt es bislang keine konkreten Erkenntnisse.

Nach den weiteren Feststellungen hatte der 40-Jährige Bezug in den süddeutschen Raum.

Im Mittelpunkt der weiterhin mit Nachdruck betriebenen Ermittlungen steht ein bislang noch unbekannter Mittäter des Duos. Wie berichtet, war die Tätergruppe bis zum Oktober 2002 in wechselnder Beteiligung aufgetreten. Danach wurden die Banküberfälle allein durch das Paar verübt.