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Ein Griff, schon ist das Handy weg.  Burg
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23.05.2016

Karlsruher Ermittler melden Erfolge gegen mehrfach kriminelle Flüchtlinge

Karlsruhe. Mit einem eigens eingerichteten Ermittlerteam hat das Polizeipräsidium Karlsruhe erste Erfolge gegen mehrfach kriminelle Flüchtlinge erzielt. 21 Intensivtäter seien in Haft gekommen, seitdem die Gruppe „Mehrfachtäter Zuwanderung“ im März ihre Arbeit aufgenommen hat, sagte der Leiter der Kriminalpolizeidirektion, Karl-Heinz Ruff, am Montag. 9 der 21 Verdächtigen kamen nach Anträgen der Ermittlungsgruppe in Haft, die übrigen 12 auf Initiative anderer Polizeidienststellen, die der neuen Linie folgen.

Auch die Justiz gehe offensiver mit dem Thema um. So sei ein Täter, der in diesem Jahr mehrere Diebstähle und einen Raub begangen hatte, schnell zu acht Monaten Haft ohne Bewährung verurteilt worden. Aktuell habe die Ermittlungsgruppe 27 Asylbewerber im Blick. Die größte Gruppe von ihnen stammt aus Georgien. Es folgen Algerien und Tunesien sowie die Balkanstaaten Kosovo, Mazedonien und Serbien.

Die meisten Mehrfachtäter seien in Karlsruhe aktiv, in Pforzheim und dem Enzkreis gebe es dagegen deutlich weniger dieser Fälle. Dass man in Karlsruhe auch für Ladendiebstahl in Untersuchungshaft kommen kann, soll sich nach Ruffs Wunsch möglichst unter den Asylbewerbern herumsprechen. Polizeipräsident Günther Freisleben betonte aber, dass nur ein sehr kleiner Teil der Flüchtlinge Probleme mache. Auch habe die Ermittlungsgruppe es bei den Intensivtätern bisher nicht mit Sexualstraftaten zu tun gehabt.

Freisleben berichtete auch von einzelnen E-Mails, die die Polizei nach der Gründung der Einsatzgruppe erhalten habe. „Die eine Hälfte wirft uns eine Stigmatisierung der Asylbewerber vor. Die andere schreibt, dass es Zeit wurde, dass die schläfrige Polizei endlich aufgewacht sei“, sagt Freisleben. Beides sei falsch. So habe man straffällige Flüchtlinge schon zuvor im Blick gehabt. Und dass sich die Polizei um eine bestimmte Personengruppe intensiver kümmere, sei nicht neu: „Das ist vergleichbar mit unserem Umgang mit jugendlichen Intensivtätern oder Hooligans“, sagt Freisleben.

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