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Fast bis zur Theodor-Neunecker-Straße reicht die Schlange der Wartenden vor dem Kassenhäuschen des Wartbergsbads. Fotos: Ketterl
Bevor es auf die Liegewiese geht, wird eben vor dem Kassenbereich entspannt.
Daumen runter – Besucher machen die Bäderverwaltung verantwortlich.
10.07.2016

Kassen-Chaos am Wartbergbad: Schlangestehen in der Hitze

Pforzheim. Bis zum Anruf der PZ beim Bäderdezernenten der Stadt ist am Sonntag nur eine Kasse besetzt. In der 300 Meter langen Schlange vor dem Wartbergbad murren die Besucher über die mutmaßliche Sparpolitik der Verwaltung.

Bildergalerie: Kassen-Chaos am Wartbergbad: Lange Warteschlangen

Wenn sie nur wüssten, was in ein paar Minuten auf sie zukommen wird: auf die Jugendlichen, die sich die Hitze die Brettener Straße hinaufquälen oder die jungen Erwachsenen, die irgendwo zwischen den offiziellen Parkplätzen, dem Wendehammer, dem improvisierten Rasen-Parkplatz und dem Wartberg-Plateau ein schattiges Plätzcen für ihr Fahrzeug gefunden haben – denn gleich wird es nicht mehr kühl sein. Im Gegenteil: in der wohl über 300 Meter langen Schlange vor der einzig besetzten Kasse des Wartberg-Freibads. Pralle Mittagssonne, über 30 Grad – so stehen sich Hunderte die Füße in den Bauch, die Sonne brennt ihnen auf den Kopf, der Schweiß rinnt, und das Weiterkommen verläuft im Schneckentempo. Kleinkinder an den Händen oder auf den Armen ihrer Väter und Mütter krähen, lassen sich gar nicht mehr nicht beruhigen.

„Die Leute kollabieren hier“

„Unmöglich“ rufen die Menschen, schaffen ihrer Empörung Luft. „Die Leute kollabieren hier bald“, sagt Annelie K. (Name geändert) aus Pforzheim, „das geht doch nicht, dass man nur ein Kasse aufmacht – dass es heiß und der Andrang groß wird, hat man doch Tage vorher gewusst.“ Ob die Stadt da am falschen Ende gespart hat? So mutmaßen es viele. Auch Gerda (19 und Max (18). Seit einer halben Stunde warten sie in der Schlange vor dem Nadelöhr, das Frust und Freude voneinander trennt.

Bäderdezernent Roger Heidt ist gerade auf dem Weg zum Abschluss des Landesbläserfests im Enzauenpark, als ihn der Anruf aus der PZ-Redaktion erreicht. Noch hat niemand versucht, den Ersten Bürgermeister, anzutelefonieren –und Heidt ändert seine Planung, will sich die Situation vor Ort anschauen. Er weiß: „Das Kassensystem ist zu langsam, das liegt an der Software – wir sind mit Hochdruck dran.“Vor zwei Wochen war das schon einmal der Fall gewesen. Man sei sofort auf den Hersteller zugegangen – der auch eine Lösung des Problems zugesagt habe.

Das Chaos im Kassenbereich hat sich zwischenzeitlich bis zur Betriebsleitung in der Kommandozentrale herumgesprochen – die Reaktion erfolgt prompt: Eine halbe Stunde nach dem PZ-Anruf beim obersten Chef der Bäder sind plötzlich drei Kassen besetzt. Die Situation entspannt sich deutlich. Eine Mitarbeiterin kam vom Nagoldbad in die Nordstadt geeilt, ein anderer Mitarbeiter muss ein anderes Mal seien freien Tag nehmen.

Künftig flexibler

In absehbaren ähnlichen Fällen werde er mit der Leitung des Eigenbetriebs Goldstadtbäder sprechen, so Peter Böhler, Betriebsleiter auf dem Wartberg, um mit „Springern“ flexibel reagieren zu können. Die Personal-Ressourcen seien gering. Christof Weisenbacher, Vorsitzender des Wartberg-Fördervereins, kann nur den Kopf schütteln über das Besetzen von anfangs nur einer Kasse.

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