nach oben
© Symbolbild: dpa
11.10.2017

Katalysatoren aus drei Mercedes-Sprintern gestohlen - Neue Autoknackerbande am Werk?

Pforzheim. Drei Katalysatoren wurden in der Nacht zum Dienstag an der Mannheimer Straße auf der Wilferdinger Höhe in Pforzheim an drei geparkten Klein-Lastwagen abmontiert und entwendet. Bei den Fahrzeugen handelt es sich um durchweg um Mercedes-Sprinter.

Der Gesamtschaden beträgt zirka 7500 Euro. Bislang liegen keine Täterhinweise vor.

Angesichts der Menge der gestohlenen Katalysatoren und der Spezialisierung auf Mercedes-Sprinter werden Erinnerungen an die zahlreichen Diebstähle aus BMW-Fahrzeugen wach, die seit einigen Jahren die Polizei in der Region beschäftigen. Hier darf man von organisierten und spezialisierten Banden ausgehen. Auch wenn es schon Verhaftungen und Verurteilungen gab, läuft dieses kriminelle Treiben scheinbar munter weiter, wie immer wieder auftauchende Polizeimeldungen zeigen, in denen von Autoknackern berichtet wird, die wieder einmal in einer Ortschaft der Region aus mehreren BMW die Navigationsgeräte oder Lenkräder entwendet haben.

Neu ist allerdings, dass jetzt Katalysatoren aus Mercedes-Sprintern ausgebaut und gestohlen werden. Die Zeit wird zeigen, ob dies nur ein einmaliges Ereignis war oder auf ein neues Banden-Geschäftsfeld hinweist.

Weitere Artikel zu Autoaufbrüchen in der Region: 

-In Illingen aus mehreren BMW Navis, Lenkräder und Airbags entwendet

-Autoknacker-Bande erneut in Pforzheim aktiv: 5 Autos aufgebrochen

-Auf BMW-Navis spezialisierte Autoknacker schlagen in Bauschlott zu

-BMW-Autoknackerbande schlägt in Birkenfeld und Pforzheim mehrfach zu

-Serie von BMW-Knackern geht weiter: 18.000 Euro Schaden

-Haftstrafe für Autoknacker nach Aufbruchserie

-Gerichtsverfahren: Bande scharf auf Mercedes und BMW

-Autoknacker-Serie: Etliche Navis und Lenkräder gestohlen

-Ankläger fordert Haft für Serien-Autoknacker

-Erneut BMW-Navis geklaut: 30.000 Euro Schaden

-Schon wieder sind BMW bevorzugte Ziele von Autoaufbrechern

-Auf BMW-Navigationsgeräte spezialisierte Bande schlägt wieder in Region zu

Autoknacker: Wer klaut wann und wie?

Immer wieder werden in der Region Autos aufgebrochen, die Lenkräder geklaut, Navigationsgeräte ausgebaut oder die Fahrzeuge verschwinden komplett. Im Mühlacker Wohngebiet Stöckach waren einst in einer Nacht gleich sieben Fahrzeuge aufgebrochen worden. In Neulingen-Bauschlott waren es in der Nacht auf einen Montag vier BWM und ein Mercedes, aus denen die Navigationsgeräte gestohlen wurden.

Wer steckt hinter den Taten?

Laut Ralf Minet, Pressesprecher des Polizeipräsidiums Karlsruhe, sind für die Autoaufbrüche in der gesamten Region meist osteuropäische Banden verantwortlich. „Das sind Profis, die genau wissen, was sie tun. Sie schlagen schnell und zielstrebig zu und bringen die Beute schnell außer Landes.“ Dort, so Minet, werde diese dann über Händler oder das Internet weiterverhökert.

Wo sind die Schwerpunkte?

Von konkreten Schwerpunkten zu sprechen, sei schwierig, sagt Minet. Denn die Banden zögen „heuschreckenartig“ durch die Lande und schlügen mal hier, mal dort zu. Anders als bei Wohnungseinbrüchen, bei denen die Zahl in den Herbst- und Wintermonaten besonders hoch sei, hätten die Autoknacker zudem das ganze Jahr über Konjunktur.

Welche Fahrzeuge sind betroffen?

Meistens handelt es sich um hochwertige Modelle der Marken BMW oder Mercedes.

Wie gehen die Diebe vor?

Zunächst werden Straßenzüge oder abgelegene Autohäuser ausgekundschaftet, dann wird – häufig in der Nacht – zugeschlagen. Wie Polizeisprecher Minet betont, seien die Täter in Gruppen unterwegs, einige stehen Wache, einige knacken die Autos und montieren Navigationsgeräte und Lenkräder ab. Wenn Scheiben eingeschlagen werden, geschieht dies meistens so, dass die Diebe diese vorher abdämmen, um weniger Lärm zu verursachen.

Weshalb versuchen die Banden nicht, die Autos zu klauen?

Auch dies kommt vor, jedoch seltener. Kleinteile lassen sich leichter ins Ausland schaffen, zudem können moderne Fahrzeuge nicht mehr ohne weiteres kurzgeschlossen werden. Es gibt jedoch auch Einbrecher, die es gezielt auf Fahrzeuge abgesehen haben. Diese brechen dazu in die Häuser ein, stehlen den Schlüssel und fahren mit dem Auto davon. Insbesondere Fahrzeuge, deren Wert im sechsstelligen Bereich liegt, seien von dieser Vorgehensweise betroffen.

Was ist zu tun, wenn man Täter ertappt?

Auf keinen Fall den Helden spielen, warnt Minet. Man wisse nie, wie aggressiv die Verbrecher seien, im schlimmsten Fall bestehe Lebensgefahr. Stattdessen solle man sofort die Polizei verständigen und – falls die Täter fliehen – möglichst genau beobachten, wie die Täter aussehen und wohin sie sich entfernen.

Wie ist die Aufklärungsquote?

Wie bei Einbruchsdelikten üblich, ist diese nicht hoch. Zwar versucht die Polizei mithilfe von Computerexperten insbesondere den Hintermännern, die die Ware verkaufen, auf die Schliche zu kommen. Doch dies gestaltet sich schwierig. „Dabei ist jeder Einbruch einer zu viel“, betont Minet. --- max