nach oben
Die Pforzheimer Bundestagsabgeordnete Katja Mast hat gestern mit  Fritz-Erler-Schülern diskutiert.
Die Pforzheimer Bundestagsabgeordnete Katja Mast hat gestern mit Fritz-Erler-Schülern diskutiert. © Ketterl
20.07.2011

Katja Mast überrascht: Schüler von CDU-Jugendprojekten beeindruckt

PFORZHEIM. Ausgerechnet bei der Schülerpräsentation „Junger Rat für Mast“ in der Fritz-Erler-Schule ist am Mittwoch als ein Teilergebnis herausgekommen, dass bei einem Parteienvergleich die CDU in der Wahrnehmung der Fritz-Erler-Schüler die attraktivsten Jugend-Projekte bereithält.

Die Schüler sind vor allem nach einem Vergleich der bundesweiten Internetseiten der Parteien zu diesem Meinungsbild gekommen, bei dem die SPD auf Platz zwei vor den Grünen und der Piratenpartei landete.

„Das Ergebnis überrascht mich. Ich hätte geglaubt, dass weder SPD noch CDU, sondern die kleineren Parteien bei den Schülern die Nase vorn haben“, sagte die Pforzheimer SPD-Bundestagsabgeordnete Katja Mast. Sie hatte sich Zeit genommen, vor Ort mit den Schülern zu diskutieren. Ihr Appell: „Engagiert Euch, drückt Eure Interessen aus, schreibt Petitionen an den Bundestag und bringt Euch ein in die gesellschaftlichen Prozesse.“ Nur wer sich engagiere, könne auch Einfluss auf die Politik nehmen. Und da zähle jede einzelne Stimme.

Allerdings hatte Mast Schwierigkeiten, den Schülern zu erklären, warum eine von 90 000 jungen Menschen vor drei Jahren unterzeichneten Petition immer noch nicht in ein Gesetz gegossen ist. Dabei geht es um einheitliche Standards bei der Beschäftigung von Praktikanten, um zu verhindern, dass sie nicht als billige Arbeitskräfte ausgenutzt werden. „Eines hat die Massenpetition der vielen jungen Menschen aber erreicht. An der Debatte über dieses Thema kommt inzwischen im Bundestag keine Partei mehr vorbei, und irgendwann wird es auch eine Gesetzesvorlage mit Abstimmung darüber geben“, so Mast. Sie setze sich auch dafür ein, den Online-Petitionen in Baden-Württemberg verstärkt den Weg freizumachen. Die Petition sei in Deutschland ein Menschenrecht. Jeder Bürger, egal aus welchem Land er komme, könne in Deutschland eine Petition einreichen. Das sei aber nicht überall in der Europäischen Union so geregelt. In einigen Staaten dürften nur EU-Bürger eine Petition einreichen.

Fritz-Erler-Schüler, die in der Pforzheimer Fußgängerzone jugendliche Passanten befragt hatten, präsentierten ebenfalls ihre Ergebnisse. Von 50 jungen Leuten kannten nur 17 den Bundespräsidenten Christian Wulff und nur neun erkannten Katja Mast auf dem ihnen präsentierten Foto. Die Mehrzahl von 38 wusste nicht, dass Winfried Kretschmann Ministerpräsident von Baden-Württemberg ist. Da machte es keinen Unterschied, ob Haupt-, Realschüler oder Gymnasiasten befragt wurden. Immerhin konnte eine Mehrheit von 37 jungen Menschen einordnen, welche Ziele rechte und linke Parteien verfolgen.

Die Schüler gaben der Pforzheimer Bundestagsabgeordneten folgende Ratschläge mit auf den Weg: die allgemeine politische Erziehung sollte schon von der fünften Klasse an beginnen. Bessere politische Werbekampagnen der Parteien seien nötig. Und die Ausdrucksweise der Politiker sollte so sein, dass junge Menschen sie verstehen. Es sei für Parteienvertreter wichtig, sich Zugang zu jungen Menschen zu verschaffen, um mit ihnen in Kontakt zu kommen.

Weitere Umfrage-Ergebnisse, die auf den Angaben von 100 Jungen und 100 Mädchen in der Goldstadt basieren, versetzten Katja Mast ebenfalls in Erstaunen: Mehr Mädchen als Jungen seien an Politik interessiert. Das gaben 87 von 100 Mädchen an, aber nur 74 von 100 Jungen. Politisch am meisten interessierten die Themen „Stuttgart 21“ und Immigration.